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DBV :

Erntebericht: Erhebliche Ausfälle wegen Dürre

DBV: Erntebericht: Erhebliche Ausfälle wegen Dürre

Im Nordosten Deutschlands begünstigt die Trockenheit Feldbrände.

Die Ernteausfälle in Teilen der Bundesrepublik haben nach Einschätzung des Deutschen Bauernverbandes (DBV) sowohl bei den Feldfrüchten als auch bei Grünland mittlerweile ein existenzbedrohendes Ausmaß angenommen. Wie DBV-Präsident Joachim Rukwied am 18. Juli im ersten Erntebericht des Verbandes betont, haben auch die Feldfrüchte auf den ertragreicheren Standorten unter der lang anhaltenden Trockenheit gelitten. Sogar Winterweizen und Winterraps würden bereits gedroschen; im Vergleich zu früheren Jahren sei das aber zwei bis drei Wochen zu früh. Unterdessen sei die Wintergerstenernte zügig vorangeschritten und der Drusch von Winterroggen in den Hauptanbaugebieten in vollem Gange.

Im Einzelnen beziffert der DBV den Durchschnittsertrag von Wintergerste auf 60 dt/ha, womit die Vorjahresmenge um 18 % verfehlt würde. Hier wird mit einem Ernterückgang auf 7,3 Mio. t gerechnet, nach 9 Mio. t in der vergangenen Saison. Die Ertragseinbrüche beim Roggen veranschlagt der Verband auf bis zu 40 %; im Durchschnitt werden 40 dt/ha erwartet. Im Mittel der vergangenen fünf Jahre hatte der Roggenertrag noch bei 57 dt/ha gelegen. Das bundesdeutsche Aufkommen bei dieser Getreideart sieht der Bauernverband nun bei 2,2 Mio. t; das wären rund 500.000 t weniger als im Vorjahr. Die bisher vorliegenden Ernteergebnisse für Winterweizen und Winterraps lassen laut DBV noch keinen Schluss auf das Gesamtergebnis zu, deuteten aber ebenfalls auf deutliche Ertragseinbußen hin.

Auch mit Blick auf die Bereitstellung von Futter ergibt sich dem Bauernverband zufolge eine schwierige Situation. „Die aktuellen Futterreserven drohen knapp zu werden, da der zweite und dritte Schnitt bei Grünland teilweise ausfiel. Auch leidet der Mais unter der Trockenheit“, erklärte Rukwied. Die daraus resultierende Notwendigkeit, Futter zuzukaufen, setze die Betriebe zusätzlich unter Druck.

Vor diesem Hintergrund erneuerte der Bauernpräsident seine Forderung nach einer steuerfreien Risikoausgleichsrücklage, um die Betriebe bei der dringend notwendigen Liquidität zu unterstützen. Zudem komme es jetzt darauf an, dass die Bundesländer in den besonders betroffenen Regionen die rechtlichen Voraussetzungen für Finanzhilfen schafften.


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