Magazin Landtechnik

Claas :

Test- und Versuchszentrum in Harsewinkel eröffnet

Claas will in einem Testzentrum kürzere Entwicklungszeiten seiner Mähdrescher, Feldhäcksler und Traktoren erreichen. In 13 Prüfzellen werden unterschiedlichste Belastungen simuliert, die weltweit bei der Ernte auf dem Feld herrschen.

Claas: Test- und Versuchszentrum in Harsewinkel eröffnet

Das Band zur Eröffnung durchschnitten (von links): Jan-Hendrik Mohr, Dr. Patrick Claas, Cathrina Claas-Mühlhäuser, Reinhold Claas, Oliver Westphal und Volker Claas.

Claas hat am Standort Harsewinkel sein neues Test- und Versuchszentrum für die Entwicklung neuer Landmaschinen eröffnet. Gesellschafter, Konzernleitung, Mitarbeiter und Gäste aus der regionalen Politik feierten die Inbetriebnahme des Gebäudes, in das 15 Millionen Euro investiert wurden. 3,2 Millionen Euro davon flossen in die reine Prüftechnik.

„Im Mai 2017 standen wir hier zusammen, um den Grundstein für das neue Test- und Versuchszentrum zu legen“, erinnerte Cathrina Claas-Mühlhäuser an den Baubeginn. „22 Monate später ist alles fertig und funktionsbereit.“

Claas will mit dem neuen Gebäude kürzere Entwicklungszeiten seiner Mähdrescher, Feldhäcksler und Traktoren erreichen. In 13 Prüfzellen werden unterschiedlichste Belastungen simuliert, die weltweit bei der Ernte auf dem Feld herrschen. Die Versuche auf den elektrisch angetriebenen Prüfständen laufen 24 Stunden lang und an sieben Tagen die Woche.

Das Gebäude besitzt eine installierte Kühlleistung von 1200 kW. Das entspricht der installierten Heizleistung von 120 Einfamilienhäusern. Auch sind auf den über 7.000 m² Gesamtnutzfläche moderne Büroräume für etwa 200 Mitarbeiter mit ansprechenden Kommunikationsbereichen entstanden.

Auf dem neuen Prüfstand können unter anderem die bis zu 12 Meter langen Mähdrescherschneidwerke auf ihre Haltbarkeit getestet werden. „Sein Fundament wiegt 600 Tonnen, wurde vor Ort in einem Stück gegossen und wird durch eine Luftfederung getragen. Europaweit dürfte dies so ziemlich einmalig sein“, schätzt Oliver Westphal, der für das Test- und Versuchszentrum verantwortlich ist.

Im Elektroniklabor wird die Elektronik kompletter Maschinen aufgebaut, um zum Beispiel Fahrerassistenzsysteme im Zusammenspiel mit den anderen Komponenten. Ein Mähdrescher verfügt über 30 Steuergeräte, so dass bis zu 50.000 Testfälle pro Maschine vollkommen automatisiert ablaufen.
Erst wenn die Labortests erfolgreich abgeschlossen sind, geht es aufs Feld, das auch das beste Labor noch nicht zu 100 Prozent ersetzen kann. Dort finden weitere Versuche statt, um die Zuverlässigkeit der Maschinen abschließend zu testen.


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