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Claas Geschäftsjahr 2006/2007 :

Harsewinkel meldet gute Zahlen

Umsatzsteigerung auf 2,7 Mrd. Euro – Ergebnis vor Steuern bei 175,8 Mio. Euro – Für laufendes Geschäftsjahr Ergebnissteigerung angekündigt

Claas Geschäftsjahr 2006/2007: Harsewinkel meldet gute Zahlen

Das Unternehmen Claas hat sich auch 2007 gut entwickelt. Dies war das Fazit der Pressekonferenz des Landmaschinenherstellers letzte Woche. Der Umsatz der Claas Gruppe stieg im Geschäftsjahr 2007 (Bilanzstichtag 30. 9. 2007) um 13,1 Prozent auf 2.658,9 Mio. Euro.

Umsatz bei Erntemaschinen und Traktoren legte kräftig zu

Die Umsatzsteigerung in der Landtechnik wurde getragen durch alle wesentlichen Märkte – war jedoch nach wie vor regional unterschiedlich ausgeprägt, hieß es auf der Pressekonferenz.

In allen Produktgruppen konnten Zuwächse verzeichnet werden. Insgesamt erhöhte sich der Umsatz in diesem Segment um 14,1 Prozent auf 2.468,2 Mio. Euro. In der Fertigungstechnik ging der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr von 153,3 Mio. Euro auf 149,5 Mio. Euro leicht zurück (-2,5 Prozent). Das Segment Industrietechnik verzeichnete dagegen einen Anstieg beim Umsatz mit Dritten um 22,7 Prozent auf 41,2 Mio. Euro. Die positive Entwicklung des Erntemaschinengeschäfts, besonders in Deutschland, Großbritannien und Frankreich sowie in den Märkten Zentral- und Osteuropas führte in der Produktgruppe Mähdrescher erneut zu einem starken Umsatzwachstum. Den größten Beitrag steuerten die laut Claas die Mähdrescher im mittleren und hohen Leistungsbereich bei. Die nach den Mähdreschern umsatzstärkste Produktgruppe Traktoren entwickelte sich ebenfalls gut. Zuwächse verzeichneten insbesondere Skandinavien sowie Deutschland, Großbritannien, Griechenland, Irland, Polen und die GUS-Staaten. Der Erfolg des Traktorengeschäfts fußt, wie es hieß, wesentlich auf den Traktoren der höheren Leistungsklassen. Die Produktgruppe Feldhäcksler verbuchte vor allem in Deutschland einen erheblichen Umsatzanstieg. Das Geschäft profitierte u.a. von dem zunehmenden Trend der Energiegewinnung aus nachwachsenden Rohstoffen. Die führende Stellung von Claas auf dem Weltmarkt wurde auf hohem Niveau weiter ausgebaut. Bei den Futtererntemaschinen realisierte Claas Umsatzzuwächse besonders im west- und osteuropäischen Markt. Auch bei den Pressen konnte Wachstum erzielt werden, was vor allem auf die gute Entwicklung in Deutschland sowie West- und Zentraleuropa zurückgeführt wurde. Der Umsatz mit Ersatzteilen und Zubehör profitierte von der guten Entwicklung des Neumaschinengeschäfts der letzten Jahre. Zuwächse wurden, so Claas in allen wesentlichen Märkten erreicht.

Die Claas Industrietechnik erhöhte den Umsatz mit Dritten auf 41,2 Mio. Euro (+22,7 Prozent). Die zusätzlichen Umsatzbeiträge wurden überwiegend im Ausland generiert. Das Wachstum wurde begünstigt durch die positive Entwicklung bei Achsen und Getrieben. Hauptabnehmer der Claas Industrietechnik sind im Wesentlichen Kunden aus der Land- und Kommunaltechnik.

Gutes Ergebnis erzielt

Das Ergebnis vor Steuern hat sich um 45,1 Mio. Euro auf 175,8 Mio. Euro erhöht. Ursächlich hierfür waren wie es hieß Absatzsteigerungen, die begleitet wurden von Strukturverbesserungen in den Funktionsbereichen Produktion sowie Vertrieb und Verwaltung. Das Finanzergebnis hat sich ebenfalls verbessert um 12,0 Mio. Euro auf -4,7 Mio. Euro.

Der Jahresüberschuss des Konzerns stieg überproportional zum Vorsteuerergebnis von 80,9 Mio. Euro auf 114,8 Mio. Euro (+41,9 Prozent).

Der Cashflow nach DVFA/SG verbesserte sich und lag mit 236,3 Mio. Euro über dem Vorjahreswert von 171,4 Mio. Euro (+37,9 Prozent). Auch der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit erhöhte sich auf 264,8 Mio. Euro. Ursächlich hierfür war das verbesserte Ergebnis. Claas war eigenen Angaben nach hierdurch in der Lage, seine Investitionen aus dem laufenden Cashflow zu finanzieren und darüber hinaus freie Mittel zu erwirtschaften.

Das Eigenkapital stieg von 502,5 Mio. Euro auf 604,4 Mio. Euro. Die Erhöhung um 101,9 Mio. Euro gründet überwiegend auf der guten Ergebnislage. Die Eigenkapitalquote verbesserte sich von 31,2 Prozent auf 34,0 Prozent zum Bilanzstichtag des Berichtsjahrs.

Investitionen aufgestockt

Das gesamte Investitionsvolumen im Berichtsjahr 2007 lag mit 113,0 Mio. Euro über dem Vorjahreswert von 91,3 Mio. Euro. Die Investitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte ohne Geschäfts- oder Firmenwerte (Sachinvestitionen) übertrafen mit 101,4 Mio. Euro ebenfalls das Vorjahresniveau (84,3 Mio. Euro) und überstiegen wie in den Vorjahren die entsprechenden Abschreibungen.

Für das laufende Geschäftsjahr sind allein 25 Mio. Euro für Erwerb und den Ausbau des Claas-Ersatzteillagers in Hamm-Uentrop vorgesehen, wurde auf der Pressekonferenz bekanntgegeben.

Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung vor Aktivierung von Entwicklungskosten und Abschreibungen stiegen im Berichtsjahr 2007 um rd. 10 Prozent von 100,3 Mio. Euro auf 109,6 Mio. Euro. Die Patentanmeldungen wurden von 72 platzierten Erstanmeldungen auf 82 im Berichtsjahr gesteigert.

Zum Stichtag 30.09.2007 beschäftigte Claas insgesamt 8.425 Mitarbeiter (+2,9 Prozent). Die Ausbildungsquote in Deutschland liegt mit 7,5 Prozent deutlich über dem Branchendurchschnitt.

2008 stabile Bedingungen erwartet

Die Rahmenbedingungen für 2008 werden in Harsewinkel insgesamt stabil beurteilt. Darüber hinaus nimmt der Stellenwert leistungsfähiger Landtechnik durch weltweit zunehmende Professionalisierung der Branche zu. Ein weiterer wichtiger Faktor ist die verbesserte Einkommenssituation vieler Landwirte. Dies stimuliert das Investitionsklima und die Landmaschinenmärkte 2008 positiv. Risiken ergeben sich aus der Dollarentwicklung sowie der Energie- und Rohstoffkostenentwicklung. In den GUS-Staaten werden staatliche Eingriffe in den Markt auch in Zukunft nicht ausgeschlossen.

Ingesamt erwartet die Geschäftsleitung auf Basis der o. g. externen Faktoren weiteres Umsatzwachstum und eine Ergebnissteigerung. Intern soll dies durch eine kontinuierliche Verbesserung der Kostenstrukturen und der Effizienz in der Produktion unterstützt werden.


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