Magazin Landwirtschaft

China :

Im Agrarumbruch: Marktmechanismen sollen mehr greifen

Peking will nachhaltige Produktionsmodelle und Innovationen fördern – Unterstützung für die Landwirtschaft wird ausgebaut

Die Agrarpolitik in China befindet sich zurzeit im Umbruch. Wie aus einem aktuellen Bericht der Welthandelsorganisation (WTO) hervorgeht, treibt Peking die Strukturreform der Landwirtschaft voran und zielt unter anderem darauf ab, nachhaltige Produktionsmodelle und Innovationen zu fördern, die Wertschöpfungsketten auszubauen sowie die ländliche Entwicklung zu konsolidieren.

Auch die Mechanismen zur Preisstützung befänden sich im Umbau; die Lagerhaltung werde bei einigen Produkten zurückgefahren und die Anwendung verschiedener Regelungen sei eingeschränkt worden. Geplant sei zudem, die Reform der Preisbildungsmechanismen für wichtige Agrarerzeugnisse auszuweiten, um die Rolle von Marktmechanismen zu stärken. Das Landmanagementsystem will die chinesische Staatsführung der WTO zufolge dahingehend reformieren, dass die Kontrolle über Landbetriebsrechte gelockert werden kann, ohne den Grundsatz des kollektiven Eigentums aufzugeben. Auch die Beihilferegelungen werden laut der Welthandelsorganisation neu strukturiert. Derzeit finde eine Überführung der einzelnen Förderprogramme in Megaprogramme sowie die Dezentralisierung der Auszahlungsverfahren statt; in verschiedenen Regionen liefen dazu noch Testphasen. Insgesamt habe China seine Unterstützung für die Landwirtschaft im Berichtszeitraum ausgebaut, stellt die WTO fest.

Nach WTO-Angaben importierte China 2017 Agrarwaren im Gesamtwert von 116,42 Mrd. $ (98,75 Mrd. Euro); ihr Anteil an den gesamten Einfuhren erreichte indes nur 6,3 %. Exportiert wurden aus dem „Reich der Mitte“ im selben Zeitraum landwirtschaftliche Erzeugnisse im Wert von 54,70 Mrd. $ (46,40 Mrd. Euro), was bezogen auf die gesamten Ausfuhren 2,4 % entsprach. Den größten Anteil daran hatte mit 7,3 % getrocknetes Gemüse; im Ausland ebenfalls gefragt waren Zwiebeln sowie konservierte Früchte einschließlich Nüsse, die jeweils 5 % der Agrarexporte ausmachten. Von 2013 bis 2016 konnten die chinesischen Landwirte den Wert ihrer Produktion von 8.736 Mrd. CNY (1.120 Mrd. Euro) auf 10.054 Mrd. CNY (1.290 Mrd. Euro) steigern; der WTO zufolge war das Wachstum allerdings langsamer als in anderen Wirtschaftszweigen. Der wertmäßig bedeutendste Teil entfiel 2016 auf die Gemüseerzeuger, die Waren im Wert von 2.141 Mrd. CNY (274 Mrd. Euro) auf den Markt brachten; die Schweinemäster steuerten 1.439 Mrd. CNY (184 Mrd. Euro) bei. Indes sank der Beitrag der chinesischen Landwirtschaft zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) des Landes nach Angaben der Welthandelsorganisation von 9,6 % im Jahr 2013 auf zuletzt 8,2 %. Eine vergleichbare Entwicklung nahm die Beschäftigung: Während 2013 noch 31,4 % aller Arbeitnehmer in der Agrarwirtschaft tätig waren, waren es 2017 „nur“ noch 27,0 %.


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