
850er Sondermodell
Mit der neuen Generation der CForce 850 Touring Limited präsentierte CF-Moto 2024 ein ATV-Zweizylindermodell mit modifizierter Ausstattung: Das 800 ccm große V2-Triebwerk liefert 52,5 kW (71 PS), erzeugt durch eine Bosch-EFI-Einspritzanlage und elektronisches Motormanagement. Einen Gaszug gibt es nicht mehr, stattdessen erfolgt die Gasannahme per Ride-by-Wire. Drei Modi können die Motorperformance auf eher vorsichtiges Verhalten, so für das Fahren mit Hänger zwischen Tieren, normale Fahrten auf Feldwegen oder besonders sportliche Wünsche trimmen. Auf den Boden bringt das ganze ein zweistufiges CVT-Automatikgetriebe. Zur Verzögerung sind hydraulische Scheibenbremsen an Vorder- und Hinterrädern sowie ein elektonisch gesteuertes ABS verbaut. Die EPS-Servolenkung ist ebenfalls dreistufig individuell einstellbar.
Im Sondermodell fallen neben dem Rammschutz vorne und hinten auch rote Stoßdämpferfedern und rote Beadlock-Leichtmetallfelgen auf, ebenso ein Aluminium-Frontschutz in Matt-Schwarz und ein einstellbares Piggy-Back-Fahrwerk. Der 7-Zoll-Touchscreen verfügt über Apple CarPlay. Zur Serienausstattung gehören zudem bereits die Anhängerkupplung, Steckdosen für 12-Volt und USB A/C, Staufach und Kunststoff-Gepäckträger, LED-Frontscheinwerfer, -Rücklichter und -Blinker sowie eine 100-Liter Gepäckbox.
„Dieses Fahrzeug reicht für den typischen Nutzfahrzeug-Einsatz in Land- und Forstwirtschaft oder ähnlichen Einsatzgebieten völlig aus“, versichert der beim Importeur Hans Leeb GmbH zuständige Marketing-Manager Rene Löschnigg. Aber natürlich hat man auch noch größere Kandidaten parat. Die UVP setzt Leeb auf 12.000 Euro an.

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Autor Tobias Meyer ging mit ATV und UTV ins Gelände mit anspruchsvollem Parcours.
Topmodell nochmal verbessert
Mit der Präsentation der neuen C-Force 1000 hob CF-Moto 2024 sein leistungsstärkstes ATV-Modell auf ein noch höheres Level. Der 963 ccm große Zweizylindermotor liefert mit einer Motorleistung von 63 kW (86 PS) schon bei niedriger Motordrehzahl eine beeindruckende Kraftentfaltung. Bis auf eine zusätzliche Seilwinde entspricht die Technik dem 850er. Die Version Overland bietet dabei eine erweiterte Ausstattung. Das acht Zoll große TFT-Farbdisplay arbeitet mit automatischem Tag-/Nachtmodus. Die Sitzbank verfügt über eine Rückenstütze für Fahrer und Beifahrer, darüber hinaus sorgen Windschild, Sitz- und Griffheizung sowie Handprotektoren und LED-Breitenstrahler für mehr Fahrkomfort. Dabei zielt der Hersteller vor allem auf Kunden, die auch auf längeren Etappen unterwegs sind. Aber auch Anbaugeräte aus dem Kompakttraktorensegment oder größere Anhänger sind am 1000er gut aufgehoben. Dank Kotflügel-Verbreiterungen, über 30 Zentimeter Bodenfreiheit und dem acht Millimeter starken HDPE-Unterbodenschutz verfüge das ATV laut Löschnigg über „beeindruckende Nehmerqualitäten in jedem Terrain.“ Durch die T3b-Homologation, 105 km/h Höchstgeschwindigkeit und die komfortable Zusatzausstattung seien ausgedehnte Überlandetappen auch im Soziusbetrieb kein Problem. Die Overland-Ausstattung umfasst ebenfalls 14-Zoll-Beadlock-Leichtmetallfelgen, farbige Stoßdämpferfedern und das einstellbare Piggy-Back-Fahrwerk.
Wer den 1000er noch etwas aggressiver und widerstandsfähiger benötigt, bekommt das mit der „MV“ (Mud Version, auf deutsch Schlammversion): Speziell für den Einsatz unter schwierigen Offroad-Einsatzbedingungen entwickelt, soll die Modellvariante selbst auf die härtesten Anforderungen optimal vorbereitet sein. Das CVT-Automatikgetriebe wurde mit erweiterter Getriebeabstufung und schwererer Riemenscheibe für einen noch gleichmäßigeren Leistungsaufbau und mehr Traktion optimiert. Das konnten wir beim Test bestätigen: Wo wir das reguläre 1000er bequem mit Vollgas in den Hang schicken konnten, musste man beim MV vorsichtiger am Gashebel ziehen.

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Der Dreizylinder-Viertakter der großen U-Force reicht auch locker für einen Anhänger.

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Das UTV U-Force gibt es mit einfacher, offener Kabine als auch mit Türen samt Heizung und Klimaanlage.
Sportlicher Sumpfwühler
Über das CVT Temperatur-Display kann der Fahrer die Getriebetemperatur im Blick behalten und somit Überhitzungen vermeiden. Für den Kühler auf dem vorderen Gepäckträger wurde dessen Stauraum geopfert, er lässt sich in mehreren Positionen justieren: Die unterste Stellung empfiehlt sich in matschigem Gelände, die mittlere bei normalem Offroadeinsatz, ganz nach oben wird für Wartung und Reinigung gestellt. Der oberhalb des Instrumentenpanels platzierte Lufteinlass ermöglicht auch tiefere Wasserdurchfahrten. Eine um 20 Zentimeter höher montierte Seilwinde, verbreiterte Kotflügel, der verstärkte Rammschutz samt Aluminium-Frontschutz und eine verbreiterte Spurweite verleihen dem Fahrzeug sicherlich Kompetenz in jedem noch so anspruchsvollen Terrain. Für den Einsatz auf Agrar- oder Forstbetrieben ist das Gerät aber nicht konzipiert, hier findet sich die Kundschaft eindeutig im Freizeit- und sportlichen Spaßbereich. Auch die Fußrasten und eine weiter nach vorne verlegte Fahrposition zielen eher auf optimalen Halt bei Sprüngen und hinterachslastiger Akrobatik als auf Komfort und effiziente Arbeitsabläufe. Angeboten werden Overland und MV für 15.999 Euro UVP.

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Als Zusatzausstattung denkt CF-Moto etwa über robuste Boxen auf der UTV-Ladefläche nach. Wie genau die Ausstattungspakete geschnürt werden, ist final noch nicht geklärt.

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Im Innenraum der UTVs setzt man auf ansprechende Optik – auch um sich von rein auf den Preis fixierten Mitbewerbern klar abzugrenzen.
Kabine, Beifahrer und Pritsche
Wer dagegen wirklich etwas transportieren und trotzdem kompakt und geländegängig unterwegs sein möchte, greift zum UTV: Die U-Force U10 Pro ist ein neu entwickeltes Side-by-Side, das von einem flüssigkeitsgekühlten, 998 ccm großen Dreizylindermotor angetrieben wird. Auch hier ist die Bosch-EFI-Einspritzanlage für die 90 PS und ein maximales Drehmoment von 94,5 Nm verantwortlich. Die drei unterschiedlichen Power-Modi gibt es ebenfalls. Das CVT-Automatikgetriebe verfügt über elektrisch zuschaltbaren Allradantrieb, elektrisch sperrbares Differential und eine Bergabfahrkontrolle, die in wechselndem Gelände für mehr Stabilität und Sicherheit sorgt. Über das Variable-Valve-Timing (VVT) soll das Drehmoment im niedrigen Drehzahlbereich erhöht und eine besonders nahtlose und kontrollierbare Leistungsentfaltung des Motors erreicht werden. Das Kabinendesign wurde ebenso wie die Innenausstattung neu gestaltet. Ein 8-Zoll-Touchscreen mit Apple CarPlay, elektronischem Gaspedal, elektrischen Bedienelementen der wichtigsten Funktionen sowie verstellbarem Lenkrad und Fahrersitz sorgen für guten Fahrkomfort. Zur Serienausstattung zählen auch LED-Lichttechnik für Frontscheinwerfer, Rücklichter und Blinker, Seilwinde, Anhängerkupplung, 12V/USB-Steckdosen und Staufächer unter den Sitzen. Es werden zwei Ausstattungs-Varianten angeboten. Die Verarbeitung wirkte auf uns sehr wertig, die Bedienung einfach und geschmeidig.
In der Basis-Variante verfügt das UTV über eine elektrisch kippbare Ladefläche, 12V-Steckdose sowie eine elektrisch ausklappbare Frontscheibe. Die Top-Variante wird neben einer Vollkabine (Türen mit elektrischen Fensterhebern) und zusätzlich mit einer Heizung/Klimaanlage sowie einem Rammschutz und weiteren Highlights ausgestattet sein. Da hier die endgültige Homologation noch aussteht, sind noch nicht alle Details wie etwa die genaue Bereifung geklärt, mit denen die Maschine jetzt in den Handel kommenT. Daher gibt es hier auch noch keine offiziellen Datenblätter etc. Mit einem Zubehörprogramm möchte CF-Moto die Funktionalität noch weiter erhöhen. Die UVP-Preise reichen hier von 20-28.000 Euro, die günstigere 600er Maschine mit offener Kabine kostet 15.000 Euro. Für alle Fahrzeuge ist eine Herstellergarantie von vier Jahren inkludiert.
„Wir sehen hier unter anderem bei den Einsatzkräften wie Feuerwehr und THW wachsendes Interesse. Bei den Waldbränden 2023 waren mehrere UTVs aktiv, da bedingt durch das Wetter keine Hubschrauber genutzt werden konnten, um Mensch und Material auf die in Flammen stehenden Berge zu bekommen. Mit den UTVs gelang das aber problemlos“, erzählt Löschnigg.
Bisher kommen hier unter anderem Unimog und andere Gelände-LKW zum Zug, die aber teuer sind und eine eigene Hallenbox auf den Stützpunkten der Hilfskräfte benötigen. Ein UTV kann oft den gleichen Job übernehmen, findet aber oft einfach zusätzlich hinten in der bestehenden Halle einen Platz.














