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Magazin Wirtschaft

CEMA :

Rückenwind für die Landtechnik durch Unterstützung der EU

Timmermans: Näher zur Natur mit innovativen Agrartechnologien

CEMA: Rückenwind für die Landtechnik durch Unterstützung der EU

Frans Timmermans und Thierry Krier bei dem virtuellen Kongress des Dachverbandes der EU-Landmaschinenindustrie.

Die Landtechnikhersteller spielen nach Einschätzung des geschäftsführenden Vizepräsidenten der EU-Kommission, Frans Timmermans, eine wichtige Rolle bei der Erreichung der Green Deal-Ziele. Wie Timmermans letzte Woche beim virtuellen Kongress des Dachverbandes der EU-Landmaschinenindustrie (CEMA) erklärte, sollten neue Technologien die Landwirtschaft „näher zur Natur bringen“. Die Intensivierung der Erzeugung dürfe nicht dazu führen, dass die natürlichen Grenzen der Erde weiter überschritten würden. Anderenfalls sei langfristig mit Naturkatastrophen wie Überflutungen und Waldbränden sowie mit Wasserknappheit und sozialen Unruhen zu rechnen.

Laut Timmermans muss allen Landwirten die Nutzung von Spitzentechnologie ermöglicht werden; das gelte auch für Bauern ohne Studienabschluss und für kleine landwirtschaftliche Betriebe. Neue Technologien sollten zudem gute Perspektiven für Hofnachfolger bieten. Wichtigste Voraussetzung für die Erreichung der Ziele des Green Deal seien auskömmliche Einkommen der Landwirte, die sozioökonomisch gestärkt werden müssten, betonte der Niederländer. Nachrangige Punkte auf der Prioritätenliste seien die Sicherstellung der Lebensmittelqualität beziehungsweise eines akzeptablen Verbraucherpreisniveaus. Letzteres lasse sich auch durch Fiskalpolitik erreichen, zum Beispiel durch Steuererleichterungen für Lebensmittel.

EU-Agrarkommissar Janusz Wojciechowski hob hervor, dass den Mitgliedstaaten bei der Investitionsförderung für die Landwirtschaft Flexibilität eingeräumt werde. Auf diese Weise könnten die länderspezifisch unterschiedlichen Rahmenbedingungen in den nationalen Strategieplänen zur Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) berücksichtigt werden.

Digitale Farming-Tools, moderne Landmaschinen, Farmdaten-Management-Systeme und Agrarroboter werden die treibenden Kräfte sein, die es der europäischen Landwirtschaft ermöglichen, die doppelte Herausforderung anzunehmen: Lebensmittel in ausreichender Qualität produzieren und gleichzeitig die Natur schützen und die Artenvielfalt erhalten, heißt es seitens der CEMA.

Ehrgeizige Ziele des Green Deal

„Mit den sehr ehrgeizigen Zielen des Green Deal ist die Unterstützung der Landwirte bei der Einführung von Technologien für die Präzisions- und digitale Landwirtschaft eine der wichtigsten Prioritäten für den gesamten Agrarsektor und die Gesellschaft als Ganzes. Die EU-Politik muss die aktuellen Realitäten des Agrar- und Lebensmittelsektors berücksichtigen, um maßgeschneiderte Unterstützungsinitiativen zu entwickeln, um nachhaltigere Praktiken zu fördern“, betonte Thierry Krier, Präsident der CEMA.

30 hochrangige Redner, fünf interaktive Live-Sitzungen und eine Online-Ausstellung, die die neuesten Trends in der Welt der Landtechnik und ausgewählte EU-Forschungsprojekte vorstellte, füllten die Agenda. In seiner ersten virtuellen Ausgabe versammelte der CEMA-Gipfel über 500 Teilnehmer.

CEMA ist der Verband, der die europäische Landmaschinenindustrie vertritt. Mit zehn nationalen Mitgliedsverbänden vertritt das CEMA-Netzwerk sowohl große multinationale Unternehmen als auch zahlreiche europäische KMU, die in diesem Sektor tätig sind. Die Branche umfasst circa 7.000 Hersteller, die mehr als 450 verschiedene Maschinentypen mit einem Jahresumsatz von circa 40 Mrd. Euro (EU28 - 2016) und 150.000 direkt Beschäftigten produzieren. Die CEMA-Unternehmen stellen eine große Bandbreite an Maschinen her, die alle Tätigkeiten auf dem Feld von der Aussaat bis zur Ernte abdecken, sowie Geräte für die Viehhaltung.

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