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CEAT :

Bis Ende 2018 alle gängigen AS-Radialreifen-Größen im Programm

Der Konzern gehört mit einem Jahresumsatz von drei Milliarden US-Dollar zu den Spitzenreitern unter den indischen Reifenherstellern – Grasdorf ist neuer Vertriebspartner – Reifen mit HF- und VF-Technologie in der Pipeline

CEAT: Bis Ende 2018 alle gängigen AS-Radialreifen-Größen im Programm

Das CEAT Entwicklungszentrum in Halol, Indien.

Der Farmax R 65 Reifen von CEAT.

Der Farmax R 65 Reifen von CEAT.

„Bei den unzähligen Reifen auf dem Markt weiß ich gar nicht mehr, welcher für meine Kunden der richtige ist! Muss es immer Premium aus Europa sein oder geht auch mal eine kostengünstige Alternative aus Asien? Schließlich besteht unter unseren Kunden auf dem deutschen Markt ein hohes Qualitätsbewusstsein, wenn es um den richtigen Reifen geht.“ So oder ähnlich lauten vor dem Hintergrund der Produktfülle auf dem Reifenmarkt die Fragen eines Landmaschinenhändlers, der seine Kunden und deren Bedürfnisse verstehen will. Der Reifen soll der Maschine entsprechend angepasst und optimiert sein, dazu noch eine möglichst hohe Einfederung bieten, um den Boden zu schonen und bestmögliche Traktion zu erzielen, hohen Laufkomfort auf der Straße gewährleisten und zudem noch spritsparend abrollen – und das alles unter höchsten Belastungen.

Als Alternative zu den Premiumanbietern aus Europa drängen neue Hersteller auf den Reifenmarkt. Einer davon ist das Unternehmen CEAT. Der indische Konzern gehört mit einem jährlichen Umsatz von 3 Milliarden US-Dollar zu den Spitzenreitern unter den dortigen Reifenherstellern und unterhält Produktionsstandorte in Mumbai, Nasik, Halol, Sri Lanka, Ambarnath und Nagpur. Mit Reifen in allen Segmenten bedient er unter anderem die Nachfrage im Pkw-, Nutzfahrzeug- und Industriefahrzeugbereich. Der Reifenhersteller setzt seine Erfahrungen aus diesen Segmenten bei CEAT Specialty ein. Dieses CEAT Tochterunternehmen konzentriert sich auf die Entwicklung und Herstellung von AS-Radialreifen für den landwirtschaftlichen Einsatz.

„Wir gewährleisten höchste Qualitätsstandards bei der Reifenherstellung, um Materialfehler von vornherein auszuschließen. So erfüllen wir die hohen Anforderungen der landwirtschaftlichen Praxis “, berichtet CEAT Entwicklungschef Dyutiman Chattopadhyay. Dieses Versprechen unterstreicht der Reifenproduzent mit sieben Jahren Produktgarantie auf seine Landwirtschaftsreifen. Dazu kann er sich stolzer Gewinner des Deming-Preises 2017 nennen. Ein Qualitätspreis, den außerhalb von Japan nur CEAT in allen Kategorien im Reifenbereich erhalten hat. „Wenn ein Traktor vor dem Pflug auf dem Acker schwersten Belastungen ausgesetzt ist, dann sind dies auch die Reifen. Hier darf nichts rutschen, nichts überhitzen. Reifen für diese härtesten Einsätze sind der Maßstab unserer Entwicklung“, so Chattopadhyay weiter.

Das CEAT Specialty-Werk in Ambarnath für AS-Reifen.

Das CEAT Specialty-Werk in Ambarnath für AS-Reifen.

Produzieren unter europäischen Standards

Ein Blick in das CEAT Werk im indischen Ambarnath: Neueste Produktions- und Vermessungsanlagen von Kobelco, Comerio und Marangoni und anderer renommierter Hersteller gewähren höchste Qualitätsansprüche. PLC-gesteuerte Heizpressen und Beschickungsautomaten sind Standard.

Die Werker erarbeiten eigenverantwortlich in Self-Managed Teams (SMT), wie sie die Produktionsvorgaben erreichen. So trägt jedes Teammitglied Verantwortung. Das Ergebnis ist mehr Abwechslung und Vielseitigkeit am Arbeitsplatz. CEAT ist OHSAS 18001-zertifiziert, dies ist der weltweit anerkannte Standard für Arbeitsschutzmanagement. Dazu gehört z. B. auch Arbeitssicherheitskleidung auf europäischem Niveau.

Der indische Reifenhersteller produziert gemäß der REACH-Verordnung. REACH ist die Europäische Chemikalienverordnung zur Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung chemischer Stoffe. Sie ist seit 2007 in Kraft und sichert ein hohes Schutzniveau für die menschliche Gesundheit und Umwelt.

Die Inder erfüllen ebenso den ISO 14001-Standard und halten sich damit an die Auflagen und Richtlinien eines umfassenden Umweltmanagementregelwerks. Das Unternehmen vermeidet Naphtha (Rohöldestillate) im Herstellungsprozess, nur unkritisches Abwasser verlässt die Werke. In den Einzugsgebieten seiner Produktionsstätten setzt sich CEAT für sauberes Trinkwasser und eine stabile Gesundheitsversorgung ein.

Wie schlagen sich diese Reifen nun im Praxiseinsatz beim Landwirt vor Ort? Seit Frühjahr 2018 ist der Reifengroßhändler Grasdorf in Holle ein Vertriebs- und Aftersalespartner von CEAT in Deutschland. Grasdorf kann hier auf sein flächendeckendes Vertriebsnetz verweisen.

Erfahrungen im Praxiseinsatz

Radial AS von CEAT hier ohne Felge.

Radial AS von CEAT hier ohne Felge.

Hier heißt es: „Die ersten Reifen auf den landwirtschaftlichen Betrieben laufen rund. Die Reklamationsquote in der Erstausrüstung als auch im Ersatzgeschäft ist sehr gering. Sollte doch mal etwas sein, steht Grasdorf seinen Kunden zur Seite und kümmert sich um die nachgelagerten Prozesse, die Garantie, Reklamation und Co. betreffen.“

„Neben den bereits erreichten Zielen im Qualitätsmanagement gibt es aber noch einiges zu tun“, stellt CEAT Specialty Vice President Global Sales, Sumit Khare, heraus. „Der Markt in Europa ist enorm vielschichtig. Die intensive und vielseitige Landwirtschaft erfordert eine breite Reifenpalette. Unser Fokus liegt deshalb auf der Produktentwicklung. Bis zum Ende dieses Jahres wollen wir alle gängigen AS-Radialreifen-Größen anbieten, inkl. „HF“- (high flexion) und „VF“-Technologie (very high flexion)“, so Khare. Dies ist ein ehrgeiziges, aber kein unmögliches Ziel: Allein in diesem Jahr hat CEAT Specialty bereits 79 neue Reifengrößen auf den Markt gebracht.

 

 

In der Produktionsanlage in Halol, Indien, produziert CEAT Pkw-, Lkw- und Nutzfahrzeugreifen. Sie ist 2010 erbaut, hat 506.000 qm und 150 Tonnen/Tag Produktionskapazität.

In der Produktionsanlage in Halol, Indien, produziert CEAT Pkw-, Lkw- und Nutzfahrzeugreifen. Sie ist 2010 erbaut, hat 506.000 qm und 150 Tonnen/Tag Produktionskapazität.


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