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Lemken :

Wichtige Märkte zogen deutlich an

Umsatzplus von sechs Prozent, in Deutschland sogar elf Prozent

Lemken: Wichtige Märkte zogen deutlich an

Die größte Umsatzsteigerung hatte die Produktgruppe Kurzscheibeneggen. Neu im Programm der Rubin 12.

Lemken schließt das Geschäftsjahr 2013 nach zwei vorausgegangenen Wachstumsjahren wiederum mit einem Erfolg ab: Insgesamt 363 Mio. Euro Umsatzerlöse für die Lemken Gruppe bedeuten einen Zuwachs von 6 % gegenüber dem Vorjahr. Bereinigt um Sondereffekte aus der vertrieblichen Trennung von Lemken und Stoll in Frankreich ergibt sich sogar eine Wachstumsrate von 10 %.

„Vor allem der hohen Einsatzbereitschaft und Motivation der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist es zu verdanken, dass wir den erneuten Zuwachs bewältigen konnten“, führt Lemken-Geschäftsführer Anthony van der Ley an. Außerdem hätten sich die vielfältigen Investitionen in Fertigungstechnik und Logistik bewährt, um die Produktionskapazitäten möglichst flexibel ausnutzen zu können. Die Zahl der Beschäftigten stieg um 7 % auf 1.144.

„Die positive Entwicklung basiert darüber hinaus auf der guten Einkommenssituation der Landwirte und Lohnunternehmer. Diese investieren in professionelle Landtechnik, um ihre Betriebe zukunftssicher zu machen“, stellt van der Ley fest. Das betrifft wesentlich den deutschen Heimatmarkt, wo das Familienunternehmen ein Plus von 11 % verzeichnen konnte. Aber auch die Nachfrage auf den ausländischen Märkten entwickelte sich durchweg erfreulich.

Zufriedenes Führungsteam Nicola Lemken und Anthony van der Ley: „Mitarbeitern zu verdanken, dass erneuter Zuwachs bewältigt werden konnte.“

Zufriedenes Führungsteam Nicola Lemken und Anthony van der Ley: „Mitarbeitern zu verdanken, dass erneuter Zuwachs bewältigt werden konnte.“

So wurde im wichtigen Agrarmarkt Frankreich ein Zuwachs von 20 % erzielt, während der Hersteller in Großbritannien sogar 45 % mehr Umsatz erreichte. Die russische Lemken-Tochter erwirtschaftete ein Plus von 4 % ebenso wie die weiteren osteuropäischen Länder. Lediglich die Projektgeschäfte kamen 2013 auf nur geringem Niveau zustande, was sich allerdings in der Summe nicht bemerkbar machte. Überaus erfolgreich lief der Verkauf außerdem in Kanada sowie in den noch jungen Märkten USA und Südafrika, wo Lemken erste Vertriebsstrukturen aufgebaut hat. In den Umsätzen enthalten sind außerdem das seit einem Jahr produzierende indische Werk in Nagpur sowie das kürzlich gestartete Montagewerk im chinesischen Qingdao. Beide Standorte stellen Maschinen für den lokalen Bedarf her. Insgesamt blieb die Exportquote nahezu konstant bei 72 %.

10,8 Mio. Euro für Forschung und Entwicklung

Lemken investierte auch im abgelaufenen Jahr mit 10,8 Mio. Euro einen erheblichen Anteil in Forschung und Entwicklung. Auf der Agritechnica wurde dies eindrücklich belegt. So bekamen die Konturanpassung für aufgesattelte Grubber sowie das „Swingcut“-System als aktive Schwingungsdämpfung für Spritzgestänge jeweils eine Silbermedaille der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft (DLG) verliehen. Zudem wurde der Lemken Juwel, der weltweit erste Pflug mit Isobus-Steuerung am Markt, als „Maschine des Jahres“ von der Fachpresse ausgezeichnet.

Bei den Umsätzen zeigten alle Produktgruppen eine positive Entwicklung, dabei am deutlichsten das Segment Kurzscheibeneggen. Insgesamt wurden über 17.200 Geräte an den deutschen Standorten in Alpen, Föhren und Meppen produziert.

Angesichts des Wachstumskurses plant Lemken Investitionen von mehr als 50 Mio. Euro, verteilt auf fünf Jahre. Davon wurde im abgelaufenen Jahr bereits der neue Parkplatz für die Alpener Mitarbeiter umgesetzt und mit ersten Bauarbeiten für den neuen Wareneingang samt Logistikhalle gestartet.

Hohe Investitionen in den nächsten fünf Jahren

Weitere Produktions- und Versorgungsanlagen sollen die Kapazitäten in der Fertigung und Montage erheblich ausweiten. Anfang 2014 wird zudem mit dem Bau des neuen Entwicklungswerks begonnen, in dem die stark gewachsene Zahl an Ingenieuren und gleichzeitig die Versuchshalle untergebracht sein werden. Für das laufende Jahr 2014 rechnet van der Ley mit einem gleichbleibend hohen Niveau. Grundlage dafür sind die zwar leicht rückläufigen, aber nach wie vor hohen Erzeugerpreise für landwirtschaftliche Produkte. Für die Ingenieure stellt die Weiterentwicklung der neuen Einzelkornsätechnik, die als Studie auf der Agritechnica vorgestellt wurde, das ambitionierteste Projekt für 2014 dar. Darüber hinaus werden die neue Kurzscheibenegge Rubin 12, der Grubber Karat mit Transportaufsattelung sowie die Kreiselegge Zirkon 12K in den Markt gehen.

Interview – „Übergang in der Geschäftsführung gut gelungen“

Der eilbote sprach mit Firmenchefin Nicola Lemken und Geschäftsführer Anthony van der Ley

eilbote: Anthony van der Ley arbeitet jetzt mehr als ein Jahr als Lemken Geschäftsführer. Worin unterscheidet sich sein Arbeits- und Führungsstil von dem seines Vorgängers und wie kommt dies bei Mitarbeitern und Geschäftspartnern an?

Nicola Lemken: Erst einmal sind wir froh, dass uns der Übergang in der Geschäftsführung so gut gelungen ist. Der Vorgänger, Franz-Georg von Busse, hat Lemken schließlich über 20 Jahre sehr erfolgreich geführt. Mit Anthony van der Ley haben wir einen Nachfolger gefunden, der sich dank seiner Branchenkenntnisse sehr schnell in die Abläufe eingefunden hat. Und seine umfangreiche Auslandserfahrung kommt uns beim Aufbau unserer Standorte in Indien und China ebenfalls zu gute. Sein Führungsstil lässt sich gut mit seiner niederländischen Herkunft erklären – er ist herzlich, pragmatisch und konstruktiv bei der Sache. Damit kommen wir hier in Alpen wunderbar zurecht und auch gegenüber Geschäftspartnern kann man sagen, dass er sehr positiv ankommt.

eilbote: Mit „BLAU WIRKT BELEBEND“ starteten Sie einen total neuen Werbe- und Marketingauftritt. Wie ist die Resonanz draußen, besonders auch bei Ihren Handelspartnern?

Lemken: Die Resonanz ist sehr gut. Die konsequente Gestaltung der Anzeigen und das durchgehende Layout für alle Druckwerke erzeugen einen sehr kraftvollen Auftritt. Das Lemken Blau zeichnet uns aus, von daher war es die beste Idee, unser Markenzeichen noch deutlicher hervorzuheben. Wir wollen Lemken damit als innovativ, modern und fokussiert darstellen. Unser neuer Stil unterstreicht, dass wir ein moderner Partner für unsere heutigen und zukünftigen Kunden sind.

eilbote: Ihr jüngster Produktionsstandort steht in China. Wie ist dort der jetzige Status, wie sind Ihre Pläne dort für die kommenden fünf Jahre?

Anthony van der Ley: Das neue Lemken Montagewerk liegt in Qingdao, ist fertig gebaut und betriebsbereit. Die feierliche Eröffnung ist für Juni geplant. Das chinesische Lemken Team besteht momentan aus 30 Mitarbeitern. Wir bewegen uns gut im chinesischen Markt, denn deutsche Technik kommt in China sehr gut an, besonders die Lemken Technologie. Wir planen deshalb mit einem sehr positiven Wachstum in den nächsten Jahren.

eilbote: Lemken entwickelt sich dynamisch zu einem Longliner auf dem Gebiet der Bodenbearbeitungs-, Saat- und Pflanzenschutztechnik. Wie sind Ihre internen Vorgaben - speziell für die Einzelkornsätechnik? Steht auf der nächsten Agritechnica eine blaue SF-Pflanzenschutzspritze?

v. d. Ley: Wir sehen uns bereits heute als innovativen und professionellen Partner für den Pflanzenbau und wollen zukünftig im Markt auch mit einem vollständigen Programm vertreten sein. Unser Eintritt in der Einzelkorntechnik soll unser innovatives Image untermauern und für den Endkunden den größtmöglichen Nutzen bieten. Die durchweg positive Resonanz auf die zur Agritechnica vorgestellte Studie hat uns zunächst einmal darin bestärkt, dass wir mit unserer speziellen Reihenverteilung, der sogenannten Delta Row, weiter machen. Nun braucht es ein wenig Zeit, um die Technik auszufeilen und im Feld zu testen. Ein Serienstart ist für das Jahr 2015 geplant.

Bevor wir allerdings eine selbstfahrende Feldspritze auf den Acker bringen, steht zunächst der Start unserer Vega an. Damit haben wir dann neben der Anbauspritze Sirius die erste selbst entwickelte Anhängespritze im Programm.

eilbote: Im Bereich des Vertriebs kommt es zu teilweise deutlichen Konzentrationen. Jüngstes Beispiel, die BayWa greift in Holland in das Geschäft ein. Spüren Sie eine damit verbundene zunehmende Einkaufsmacht und wie begegnen Sie dieser als Hersteller?

v. d. Ley: Dass die BayWa jetzt in Holland eingreift, ist nur positiv für uns, weil wir auch in Holland seit vielen Jahren mit der Firma Abemec erfolgreich zusammenarbeiten. Natürlich wird die Einkaufsmacht mit dem Einstieg der BayWa größer, aber anderseits ist für uns eine langjährige vertrauensvolle Zusammenarbeit auch sehr wichtig.

Das Interview führte Jürgen Boomgaarden


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