Magazin Landwirtschaft

BVA :

„Bestenfalls durchschnittliche“ Weizenernte erwartet

Kleinere Anbaufläche und widrige Wachstumsbedingungen im Herbst sind die Gründe dafür – Vor allem die Hochertragsstandorte im Norden litten unter zu viel Nässe – Dennoch keine höheren Preise zu erwarten

BVA: „Bestenfalls durchschnittliche“ Weizenernte erwartet

Im Jahr 2018 reift auf 2,98 Mio. ha Winterweizen heran.

Der private Landhandel in Deutschland erwartet in diesem Jahr eine „bestenfalls durchschnittliche“ Weizenernte. Der Geschäftsführer des Bundesverbandes der Agrargewerblichen Wirtschaft (BVA), Arnim Rohwer, begründete diese Einschätzung jetzt in Berlin unter anderem mit der kleineren Anbaufläche und den teils widrigen Wachstumsbedingungen im Herbst.

Er wies darauf hin, dass die Winterweizenfläche in Deutschland nach den Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) im Vergleich zum Vorjahr deshalb um 4,7 Prozent auf 2,98 Mio. ha abgenommen habe. Vor allem auf den norddeutschen Hochertragsstandorten seien viele Flächen zu nass gewesen, um sie bestellen zu können, erläuterte Rohwer. Diese Felder dürften jetzt mit Sommerweizen, Sommergerste, Mais, Hafer oder Eiweißpflanzen bestellt werden. Dabei zeichne sich eine Verknappung beim Saatgut ab. Die zunehmende Zahl an Anträgen der Züchter auf Senkung der vorgeschriebenen Keimfähigkeit lasse darauf schließen. Der BVA-Geschäftsführer erwartet aber letztendlich keine Engpässe.

Trotz der voraussichtlichen kleineren Ernte in Deutschland rechnet Rohwer für die kommende Vermarktungssaison nicht mit deutlich anziehenden Weizenpreisen. Er verwies auf die jüngsten Prognosen zur Entwicklung der globalen Weizenendbestände. Das amerikanische Landwirtschaftsministerium (USDA) rechne mit einem Aufbau der Bestände auf 269,9 Mio. t. Ob das deutsche Exportgeschäft mit Weizen in den nächsten Monaten an Schwung gewinnt, hängt nach Einschätzung des BVA-Geschäftsführers vor allem vom Verkaufsverhalten der Landwirte ab. Zudem erschwerten die heterogenen Qualitäten der Ware den Export. Während beim Verkauf an die Mühlen im Inland kleine Abweichungen beim Hektolitergewicht, bei den Fallzahlen und Eiweißgehalten durch Preisabschläge ausgeglichen werden könnten, müssten die Vorgaben im Exportgeschäft exakt eingehalten werden.


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