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Bucher Industries :

Covid-19: Schwankende Profitabilität

Umsatz blieb unter Vorjahresniveau – Gewinn ging um 33 Prozent zurück

Bucher Industries: Covid-19: Schwankende Profitabilität

Die Kuhn-Group bestreitet 60 Prozent des Bucher-Umsatzes.

Der Umsatz von Bucher Industries ging gegenüber dem rekordhohen Vorjahr trotz Stabilisierung ab Mitte des Jahres zurück. Insgesamt erwirtschaftete der Konzern einen Nettoumsatz von 2,561 Mrd. Euro (2,741 Mrd. CHF), was einem Rückgang um 11,8 Prozent entspricht. Das Konzernergebnis ging im Vergleich zu den Vorjahreswerten um 33,4 Prozent auf 142 Mio. Euro (152 Mio. CHF) zurück. Der Gewinn pro Aktie betrug 13,74 Euro (14.71 CHF).

Bucher Industries hat zur Sicherstellung der Liquidität verschiedene Maßnahmen umgesetzt. So verstärkte der Konzern den Fokus auf das Management des Nettoumlaufvermögens, verschob Investitionen und baute die Kreditlinien aus. Die Eigenkapitalquote betrug 57 Prozent.

In den vergangenen zwölf Monaten wurden diverse kleinere Akquisitionen getätigt. So übernahm Bucher Municipal im Herbst 2020 Spoutvac, den führenden australischen Hersteller von Fahrzeugen und Ausrüstung für die Kanalreinigung, sowie das operative Geschäft von Richards Coach Works, einem etablierten australischen Service-Anbieter für Müllfahrzeuge. Kuhn Group erwarb Anfang 2021 die Firma Khor Industrial – ein Hersteller von Getreidewagen und Bodenbearbeitungsmaschinen in Brasilien.

Mit rund 60 Prozent Umsatzanteil ist die Kuhn Gruppe die größte Division im Konzern. Der Auftragseingang von Kuhn Group nahm deutlich zu. Nach der temporären Stilllegung der Produktion in Frankreich im Frühjahr verzeichnete die Division ab Mitte Mai ein höheres Produktionsvolumen als üblich und konnte den Umsatzrückgang im weiteren Verlauf des Jahres sukzessive reduzieren.

Im Jahr 2020 erreichte die Kuhn Gruppe somit einen Nettoumsatz von 1,02 Mrd. Euro (1,09 Mrd. CHF), was den Werten des Vorjahres entspricht. Auch das Betriebsergebnis (EBIT) mit 84,8 Mio. Euro (91 Mio. CHF) liegt auf Vorjahresniveau. 32,1 Mio. Euro hat die Kuhn Gruppe auch im Jahr 2020 in seine Produktions- und Vertriebsstandorte investiert. In der Division waren am 31. Dezember 2020 insgesamt 5.194 Personen beschäftigt.

Die Nachfrage nach Kommunalfahrzeugen schwächte sich im Berichtsjahr gegenüber dem hohen Vorjahreswert deutlich ab, blieb aber insgesamt auf einem ordentlichen Niveau. Der Auftragseingang von Bucher Municipal nahm entsprechend gegenüber dem guten Vorjahr ab. Der Nettoumsatz ging um 14,6 Prozent auf 432 Mio. Euro (462 Mio. CHF) zurück. Das Betriebsergebnis (EBIT) reduzierte sich zum Vorjahreswert um 39,6 Prozent auf 26 Mio. Euro (28 Mio. CHF). Die Division war stark beeinträchtigt durch die zeitweilige Schließung von Standorten sowie Probleme in der Lieferkette. Ab Mitte des Jahres waren alle Produktionsstätten wieder operativ, jedoch mit gewissen Einschränkungen und daraus resultierenden Ineffizienzen. Positiv trugen die Akquisitionen von Zynkon, Eurovoirie, Spoutvac und Richards Coach Works bei.

Nachdem die Nachfrage nach den Komponenten und Lösungen der Division im zweiten Quartal stark eingebrochen war, setzte ab der Jahresmitte eine Erholung ein. Gegen Ende des Berichtsjahrs verstärkte sich diese, angeführt von den wichtigen Segmenten Landtechnik und Fördertechnik. Der Auftragseingang lag schlussendlich auf Vorjahresniveau. Der Umsatz hingegen sank aufgrund der tieferen Nachfrage und der pandemiebedingten Schließung einiger Standorte vor allem im ersten Halbjahr stark. Der Umsatzrückgang verringerte sich in der Folge sukzessive, dennoch resultierte insgesamt eine deutliche Abnahme. So meldete diese Division einen Nettoumsatz von 501 Mio. Euro (536 Mio. CHF) und somit einen Rückgang um 17,3 Prozent zum Vorjahr. Das Betriebsergebnis (EBIT) liegt bei 55,1 Mio. Euro (59 Mio. CHF); 26,9 Prozent weniger als im Jahr 2019.

Der Konzern erwartet, dass sich die wirtschaftliche Erholung langsam fortsetzen wird. Die Unsicherheiten dürften aber vor allem in der ersten Jahreshälfte anhalten. Die Kuhn Gruppe rechnet mit einer positiven Entwicklung in den wichtigsten Märkten, so insbesondere im Ackerbausektor wegen der hohen Preise für Feldfrüchte. In der Milch- und Viehwirtschaft könnten steigende Fütterungskosten zunehmend hemmend wirken. Insgesamt erwartet die Division für 2021 eine moderate Umsatzsteigerung. Die Betriebsgewinnmarge dürfte sich trotz steigender Materialkosten leicht erhöhen.

Bucher Municipal geht von einer ordentlichen Nachfrage aus. Die andauernde Pandemie und der Brexit sowie auch mögliche Sparmaßnahmen aufgrund der hohen Staatsverschuldung könnten sich bremsend auswirken. In diesem Umfeld rechnet die Division dank der ganzjährigen Konsolidierung von Spoutvac sowie der neu lancierten elektrifizierten Kehrfahrzeuge und Winterdienstgeräte mit einem moderaten Umsatzanstieg. Die Betriebsgewinnmarge sollte aufgrund der verbesserten Produktionseffizienz zunehmen. Bucher Hydraulics dürfte von einer weiteren Erholung der Hydraulikmärkte profitieren.


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