Magazin Landwirtschaft

BLU :

Fachkraft Agrarservice kann mehr als Traktor fahren

Bundesentscheid Fachkraft Agrarservice im bayerischen Triesdorf ermittelte die drei Besten Deutschlands

BLU: Fachkraft Agrarservice kann mehr als Traktor fahren

Die 20 Teilnehmer des Bundesentscheids Fachkraft Agrarservice in Triesdorf: Den ersten Platz errang Milan Jurkat (vorn Mitte), den zweiten Jan Jendrick Nielsen (vorn links), den dritten Lukas Krämer (vorn rechts).

Das zeigten die 20 jungen Männer, die sich Ende Juli in Triesdorf zum Bundesentscheid trafen. Das Bildungswerk des Bundesverbandes der Lohnunternehmer veranstaltete den Bundesentscheid gemeinsam mit dem Fachzentrum für Energie und Landtechnik. Die je drei besten Fachkräfte Agrarservice 2020 aus den neun Berufsschulstandorten bundesweit trafen in Bayern aufeinander.

In Triesdorf haben alle Teilnehmer kräftig geschwitzt, nicht nur die Sonne, auch die Aufgaben an den verschiedenen Stationen haben alles gefordert. Es galt in den Sparten Pflanzenbau und Landtechnik und Kommunikation Wissen, Geschicklichkeit und Können zu beweisen. Die Teilnehmer hatten Bauteile, Funktion und Einsatz von Pflug, Häcksler und Pflanzenschutzspritze zu erläutern und ggf. Probleme zu erkennen, um bestes Futter und Arbeitsergebnisse beim Kunden abliefern zu können.

Die Wettbewerbsrichter waren begeistert mit welcher Sicherheit Pflanzenkrankheiten und Unkräuter bestimmt wurden, wie Faustzahlen zum Anbau von Kulturpflanzen (Mengenberechnungen, Aussaattiefe, Erntemengen und Kostenschätzung) benannt wurden oder wie sicher ein Konzept zur Bodenbearbeitung zwischen Ernte und Aussaat aufgestellt werden konnte. Der Beruf fordert tiefe technische Kenntnisse aber auch Wissen um pflanzliche und ökologische Zusammenhänge und persönliches Auftreten. Besonderes Geschick galt es im „Schlepperparcours“ zu beweisen. Jeder Teilnehmer hatte eine vorgegebene, kurvige, teils enge Strecke, mit Traktor und Zweiachshänger abzufahren, inkl. rückwärts einparken und Abschätzung von Abständen.

Nun steht fest, die beste Fachkraft Agrarservice 2020 kommt aus Bayern. Milan Jurkat aus Abenberg, Landkreis Roth, hat im Bundesentscheid den ersten Platz belegt. Seine Ausbildung zur Fachkraft Agrarservice absolvierte er im Lohnunternehmen MFS in Wattenbach, Landkreis Ansbach. Das Lohnunternehmen MFS ist praktisch ein Full-Liner unter den Servicebetrieben und bietet die volle Bandbreite an landwirtschaftlichen Dienstleistungen, von Bodenbearbeitung, Saat bis Ernte, von Grünland bis Ackerbau und Dienstleistungen für Biogasanlagen. Milan Jurkat hat es besonders gefallen, dass er bereits in der Ausbildung gut ins Team integriert wurde und ihm schon früh verantwortungsvolle Aufgaben und „teure Technik“ anvertraut wurden.

Platz 2 belegt Jan Jendrick Nielsen aus Niebüll (Schleswig Holstein). Er wollte unbedingt mit Landtechnik arbeiten und ist bei seiner Internet-Recherche auf den Ausbildungsberuf Fachkraft Agrarservice gestoßen. Seine dreijährige Ausbildung hat er im landwirtschaftlichen Lohnunternehmen Sönke Johannsen in Risum Lindholm (Nordfriesland) gemacht. Er arbeitet gerne mit modernen Maschinen und es gefällt ihm, mit GPS-unterstützten Lenk- systemen zu fahren.

Lukas Krämer aus Günterleben (Bayern) hat Platz 3 errungen. Seine Ausbildung absolvierte er bei Agrarservice May in Retzstadt. Auch er ist überzeugt, in einer gefragten und zukunftssicheren Branche zu arbeiten. Zu seinen liebsten Tätigkeiten gehört die Aussaat mit Einzelkorn oder Breitsaat – damit lege man den Grundstein für eine erfolgreiche Ernte, ist im engen Kundenkontakt und erlebe verschiedene ackerbauliche Philosophien in der Praxis.

Für alle drei Sieger steht der Weg fest: Erstmal im Ausbildungsbetrieb arbeiten und weitere praktische Erfahrungen sammeln. In ein bis zwei Jahren soll es dann wieder auf die Schulbank gehen, entweder in der Fortbildung Agrarservicemeister oder evtl. auch ins Studium der Agrartechnik.

Gewonnen haben sie alle – denn der Tag am Fachzentrum für Energie und Landtechnik in Triesdorf bleibt für alle Teilnehmer in guter Erinnerung. Sie konnten einen Einblick gewinnen, wie die Kollegen in den anderen Bundesländern so ticken, haben Wissen und Können verglichen und erweitert, sowie neue Kontakte geknüpft. Der Berufswettbewerb wurde wieder vom Landtechnikhersteller Amazone unterstützt und bei der Siegerehrung am Abend haben sich alle über Sach- und Geldpreise gefreut.