Magazin Berglandwirtschaft

Biologischer Pflanzenschutz :

Engerlinge bekämpfen in Hanglagen

Engerlinge werden im Grünland mehr und mehr zum Problem. Lohnunternehmer Imlauer aus Maria Alm in Österreich rückt der Plage mit einem Raupentraktor und einem Stachelrad-Injektor zu Leibe.

Biologischer Pflanzenschutz: Engerlinge bekämpfen in Hanglagen

Mit den breiten Raupen ist der Traktor hangtauglich und hinterlässt kaum Spuren auf dem lockeren Boden.

Engerlinge, die Larven des Mai- und Junikäfers, fressen die Wurzeln der Grasnarbe ab.

Engerlinge, die Larven des Mai- und Junikäfers, fressen die Wurzeln der Grasnarbe ab.

In diesem Jahr haben Engerlinge im Grünland Schäden von bisher unbekanntem Ausmaß angerichtet, bestätigen Experten. Das hat einige Landwirte veranlasst, sich „hilferufend“ an die Grünlandprofis, so nennt sich auch das Lohnunternehmen Imlauer, zu wenden. Kurzerhand recherchierte Juniorchef Andreas Imlauer Erfahrungen zu dieser Problematik und kombinierte diese mit seinem Wissen in der Steilhangbewirtschaftung. Herausgekommen ist dabei das im Fogenden beschriebene Gespann. Mit ihm war Imlauer im Sommer in den Alpinregionen Österreichs und Bayerns unterwegs.

An eine tiefgründige Bodenbearbeitung mit einer Kreiselegge und anschließender Neuansaat wie im Flachland ist in Hanglagen nicht zu denken.

Injizieren von Pilzsporen

Imlauer versucht es mit der Injektion von Pilzsporen, die die Schädlinge abtöten sollen. Dieses mikrobiologische Pflanzenhilfsmittel ist auch für den Einsatz in Bio-Betrieben zugelassen. Es wird mit einem sechs Meter breiten Cultan-Gerät 5 bis 6 cm tief in den Boden injiziert. Ursprünglich wurde dieses Injektorgerät für die Flüssigdüngung im Ackerbau entwickelt. Eine erfolgreiche Behandlung ist stark von der Witterung abhängig, weiß Imlauer zu berichten. „Wir brauchen ‚Pilzwetter‘: Eine Bodentemperatur von mindestens 15 °C und Feuchtigkeit. Daher ist je nach Region meistens eine Behandlung von Mitte Mai bis Ende August möglich.“

Die Stachelräder des Cultan Geräts injizieren die Pilzsporen in die Grasnarbe.

Die Stachelräder des Cultan Geräts injizieren die Pilzsporen in die Grasnarbe.

Das Gerät ist sechs Meter breit. Der Einsatz am Hang erfordert höchste Konzentration.

Das Gerät ist sechs Meter breit. Der Einsatz am Hang erfordert höchste Konzentration.

Der Raupentraktor macht’s möglich

Die Engerlinge fressen die Wurzeln der Grasnarbe ab. Dadurch wird der Boden locker und rutscht beim Befahren mit Standardrädern ab. Selbst mit Zweiachsmähern ist das Befahren befallener Flächen zu gefährlich. Imlauer fährt auf kritischen Flächen, wie z.B. beim Mähen von Feuchtwiesen oder dem Einsäen von Schipisten, seit fünf Jahren einen Raupentraktor. Diesen setzt er jetzt auch für die Engerlingbekämpfung ein. Das Maschinengewicht verteilt sich so über eine große Aufstandsfläche. Das Gespann hält auch auf nassen Böden und hinterlässt kaum Spuren.

„In den meisten Fällen müssen wir aufgrund der Hangtauglichkeit den Raupentraktor auch zur Nachsaat einsetzen“, berichtet der Lohnunternehmer. „Anfangs hatten wir zwei bis drei Einsatztage geplant. Dann erreichten uns täglich mehr Aufträge, als wir im Stande waren abzuarbeiten.“

Die Kosten für so eine Behandlung variieren stark von Fläche zu Fläche: Pro Hektar fallen rund 220 Euro für das Pilzmittel und 120 Euro inkl. MwSt. für das Injektorgerät an. Den Raupentraktor mit dem Fahrer beziffert der Lohnunternehmer mit 180 Euro je Stunde.