Magazin Wirtschaft

Berufsschule Triesdorf :

„Qualifikation ist Bindeglied zwischen der Digitalisierung und dem Menschen“

22 Fachkräfte im Agrarservice und neun Agrarservicemeister verabschiedet

Berufsschule Triesdorf: „Qualifikation ist Bindeglied zwischen der Digitalisierung und dem Menschen“

Die frisch gebackenen Agrar- servicemeister mit ihren Aus-bildern und Ausbilderinnen. Ein Absolvent fehlte auf der Verabschiedung.

In einem gemeinsamen Festakt der Staatlichen Berufsschule Triesdorf und des Fortbildungszentrums für Landwirtschaft und Hauswirtschaft wurden 22 Fachkräfte Agrarservice und neun Agrarservicemeister im Alten Reithaus verabschiedet.

Im süddeutschen Raum ist Triesdorf der einzige Standort, der diese Aus- und Fortbildung für den Bereich Agrarservice anbietet. Dabei arbeiten die Berufsschule, das Fachzentrum für Energie und Landtechnik und das Fortbildungszentrum eng zusammen.

Gabriele Sichler-Stadler, Leiterin des Fortbildungszentrums Bereich Landwirtschaft, appellierte an die jungen Meister und Gehilfen, ihr erworbenes Wissen und ihre jugendliche Energie zu nutzen, um ihre Zukunft zu gestalten.

„Mensch und Digitalisierung – Ist Qualifikation überhaupt noch notwendig?“ fragte Festredner Andreas Loewel, Geschäftsführer Agco Deutschland GmbH in seiner Festansprache. Qualifikation bleibt seiner Ansicht nach immer die Voraussetzung, um die Digitalisierung nutzbringend weiterzuentwickeln und Arbeitsplätze in Zukunft erhalten zu können. Fast alle Veränderungen in der Welt seien durch den Menschen entstanden – ohne ihn gäbe es keine Digitalisierung. Wie der Mensch allerdings mit der Digitalisierung umgehe, liege allein in seiner Hand. Er stelle die Regeln auf. Qualifikation sei das Bindeglied zwischen der Digitalisierung und dem Menschen, aber der Mensch mache das Geschäft mit dem Kunden.

Norbert Bleisteiner, Leiter des Fachzentrums für Energie & Landtechnik und Joachim Heller, Lohnunternehmer und Prüfungsausschussvorsitzender gingen auf die veränderten Rahmenbedingungen in der Landwirtschaft, insbesondere nach dem Volksbegehren „Rettet die Bienen“ ein. Sie bedauerten, dass die Landwirtschaft bei dem „Schnellschuss“ wenig mitreden konnte und waren der Meinung, dass manche Auflagen nur schwer umsetzbar sein werden.

Der Jahrgangsbeste und Sprecher der Agrarservicemeister Stefan Irgmeier äußerte sich kritisch, aber auch ironisch zur aktuellen Entwicklung in der Landwirtschaft. Er machte den Vorschlag, Ackerflächen als Ausgleichsflächen für andere Industriestaaten zur Verfügung zu stellen, um bei uns die Artenvielfalt zu retten und in anderen Industriestaaten deren Wirtschaft. Es sei unverzichtbar, das Politikgeschehen zu beobachten, um sich auf dem Markt behaupten zu können. Der junge Agrarservicemeister wünscht sich, dass die Herstellung von Lebensmitteln wieder mehr geachtet und geschätzt wird.

Der Einzugsbereich der frisch gebackenen Agrarservicemeister erstreckt sich von Altötting bis nach Thüringen. Als beste Meister ausgezeichnet wurden Stephan Irgmeier aus Streitberg im Landkreist Altötting mit der Note 1,13 und Joachim Krebs aus Rohrberg, Landkreis Eichsfeld in Thüringen mit der Note 2,10.

Die besten Fachkräfte Agrarservice wurden ebenfalls geehrt. Florian Katheder aus Wachenhofen, Gemeinde Alesheim, Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen erreichte die Bestnote 1,10. Er ist im Lohnunternehmen Frankenhöhe GmbH & Co KG Treuchtlingen beschäftigt. Danach platziert sich René Littkopf aus Laaber, Landkreis Regensburg mit der Note 1,23 und Jordan Putmann aus Gunzenhausen mit der Note 1,43.


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