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bema :

Sauberkeit nicht nur ein Slogan

Der Anspruch auf Sauberkeit durchzieht das gesamte Unternehmen – Sonderanfertigungen serienmäßig – Individuelle Zusammenstellung durch Baukastenprinzip – Erfolgreiche Frauenpower an der Spitze

bema: Sauberkeit nicht nur ein Slogan

Sauberes Ankehren im Kuhstall.

Die bema Maschinenfabrik ist langjähriger Partner in Sachen Sauberkeit.

Die bema Maschinenfabrik ist langjähriger Partner in Sachen Sauberkeit.

Die Glasfassade glänzt blitzsauber in der Frühjahrssonne, der große Empfangsbereich und der modern eingerichtete Konferenzraum sind einladend gestaltet, die Werkshallen scheinen im hellen Sonnenlicht picobello sauber. Kein Wunder. Befinden wir uns doch auf dem Gelände der bema Maschinenfabrik – und die hat schließlich jahrzehntelange Erfahrung und geballtes Know-how in Sachen Sauberkeit.

Das familiengeführte Unternehmen im niedersächsischen Voltlage-Weese hat sich auf dem Kehrmaschinen-Markt etabliert und ist bekannt für seine robusten Maschinen in leuchtendem Kommunal-Orange. Der Slogan „Saubere Arbeit auf der ganzen Linie“ ist für das Team von knapp 50 qualifizierten Mitarbeitern Anspruch und Motivation zugleich. „Das gilt für Vertrieb und Verwaltung über Fertigung, Konstruktion und Entwicklung bis hin zur Lackierung und Montage“, sagt Sonja Koopmann. Für sie selbst sei es sogar ein Versprechen. Schließlich will die Unternehmenschefin zufriedene Kunden und ihnen daher maßgeschneiderte Produkte anbieten. Bei bema ist die Sonderanfertigung daher quasi serienmäßig. Im Hinblick auf individuelle Kundenwünsche werden die Maschinen auftragsbezogen gefertigt. „Eine Kehrmaschine läuft hier nicht vom Fließband“, betont die Inhaberin und Geschäftsführerin. Demnach orientieren sich die Produkte speziell an den Bedürfnissen der Kunden, die vor allem aus den Bereichen Bauwirtschaft, Straßenbau, Industrie und Landwirtschaft sowie GaLaBau und Kommune stammen. Wenn auch der Start des Unternehmens aus dem Osnabrücker Land ursprünglich in der Landwirtschaft erfolgte, waren die Produkte seit jeher in Tieforange im Einsatz. Neben Grün für die bema agrar werden heute aber auch immer wieder Sonderfarben gewünscht.

Flache Hierachien

Sonja Koopmann führt das Unternehmen in der dritten Generation. Sie steht seit dem plötzlichen Tod ihres Vaters Günther Berens vor sechs Jahren auf der Kommandobrücke. Das aber tut sie mit Freude und Engagement. Schließlich wurden ihr das Interesse und Verständnis für Technik in die Wiege gelegt. Schon in der Schulzeit jobbte sie im elterlichen Betrieb und eignete sich erste handwerkliche Fähigkeiten an. Nach dem Abitur machte sie eine Ausbildung zur Industriemechanikerin, die sie sogar als niedersächsische Prüfungsbeste beendete. Es folgten ein Studium der technischen BWL und später ein erweitertes Studium an der Fachhochschule Osnabrück, das sie als Diplom-Wirtschaftsingenieurin abschloss. Rückhalt und tatkräftige Unterstützung bekommt sie von ihrer Mutter und Prokuristin Ursula Berens, die bereits langjährig in der Geschäftsführung tätig ist.

Frauenpower in Voltlage: Sonja Koopmann, Ursula Berens und Nicole Pöttering (v.r.).

Frauenpower in Voltlage: Sonja Koopmann, Ursula Berens und Nicole Pöttering (v.r.).

Von Konstruktion über Herstellung bis Versand erfolgen alle Arbeitsschritte in den Hallen in Voltlage-Weese.

Von Konstruktion über Herstellung bis Versand erfolgen alle Arbeitsschritte in den Hallen in Voltlage-Weese.

Saubere Prozesse

Der Anspruch auf Sauberkeit durchzieht das ganze Unternehmen. Sauber und fair sei der Umgang miteinander im Unternehmen, aber auch mit den Geschäftspartnern. „Alle Türen stehen zu jeder Zeit offen“, bestätigt auch Marketing-Managerin Nicole Pöttering. Die flache Hierachie fördere das Miteinander.

Für saubere Abläufe im Unternehmen sorgt das Qualitätsmanagements nach ISO 9001, das bema schon Ende der 1990er eingeführt hat, um den Produktionsprozess stetig zu verbessern und hochwertige Produkte sicherstellen zu können. Auch die junge Chefin hat bereits gemeinsam mit ihren erfahrenen Mitarbeitern die Ablauforganisation im Unternehmen weiter optimiert. Dabei wurden alle Bereiche – angefangen bei Anlieferung und Lagerung über Fertigung und Montage bis hin zur Endkontrolle und Auslieferung – neu strukturiert. Hinzu kamen wichtige Investitionen, zum Beispiel in eine Lackierstraße mit vollautomatischer Waschanlage und Hängebahnförderung oder in eine Plasmaschneideanlage. „Dadurch können wir jetzt viele Teile, die wir früher zukaufen mussten, wie zum Beispiel die Anbauplatten für die verschiedenen Trägerfahrzeuge, selbst produzieren und so noch schneller auf Entwicklungen und Kundenwünsche reagieren.“

Auch Anbau-Schneeschilder gehören zum bema Produktportfolio.

Auch Anbau-Schneeschilder gehören zum bema Produktportfolio.

Denn oberste Maxime ist für Sonja Koopmann, den individuellen Anforderungen und Erwartungen gerecht zu werden. Für bessere, nämlich ganzjährige Auslastung und damit höhere Rentabilität der Kehrmaschinen kann der Bürstenbesatz getauscht werden. bema bietet diverse PPN- und Metallborsten sowie verschiedene Geometrien der Borstenausrichtung entsprechend dem individuellen Einsatzzweck an. Mögliche zusätzliche Einsatzfelder sind das Schneekehren oder auch die mechanische Beseitigung unerwünschter Pflanzen auf Wegen und Pflastern mit speziellem Wildkrautbürstenbesatz. 

Nicht nur in den oberen Leistungsbereichen wünschen sich Kunden individuell abgestimmte Lösungen, die zu ihren Bedürfnissen passen.

Denn oberste Maxime ist für Sonja Koopmann, den individuellen Anforderungen und Erwartungen gerecht zu werden. Für bessere, nämlich ganzjährige Auslastung und damit höhere Rentabilität der Kehrmaschinen kann der Bürstenbesatz getauscht werden. bema bietet diverse PPN- und Metallborsten sowie verschiedene Geometrien der Borstenausrichtung entsprechend dem individuellen Einsatzzweck an. Mögliche zusätzliche Einsatzfelder sind das Schneekehren oder auch die mechanische Beseitigung unerwünschter Pflanzen auf Wegen und Pflastern mit speziellem Wildkrautbürstenbesatz. 

Nicht nur in den oberen Leistungsbereichen wünschen sich Kunden individuell abgestimmte Lösungen, die zu ihren Bedürfnissen passen.

Universelle Lösungen

Daher hat der Maschinenbauspezialist auf der letzten Agritechnica ein Baukastensystem für die beiden Einsteigerserien bema 20 und 25 vorgestellt, mit dem er sich vom Wettbewerb abheben will: Je nach Bedarf und Budget können die Kunden ihre Kehrmaschine selbst zusammenstellen. Zahlreiche Bausteine – Arbeitsbreite, Kehrwalze, Sammelwanne, Sonderausstattung sowie diverses Zubehör – sind möglich. Sogar das komfortable Dual System, mit dem der Anwender ohne Rüstzeiten zwischen schmutzaufnehmendem und freikehrendem Einsatz wechseln kann, gehört zu den wählbaren Standardbausteinen.

„Auch wenn der Kunde zunächst eine einfache Konfiguration gewählt hat, ihm aber im Einsatz oder für weitere Anwendungen Funktionen fehlen, kann er diese später problemlos nachrüsten“, erklärt Sonja Koopmann das Baukasten-Konzept. Das könne zum Beispiel ein Seitenkehrbesen oder eine Wassersprüheinrichtung sein. „Bei Bedarf verschicken wir einfach den entsprechenden Nachrüstsatz, den der Kunde anschließend selbst montieren kann.“

Höchste Herausforderung an Qualität: Kehrmaschine in einem Steinbruch.

Höchste Herausforderung an Qualität: Kehrmaschine in einem Steinbruch.

Individualisierung, Multifunktionalität und Nachrüstbarkeit gehen bei bema Hand in Hand, ebenso wie der Sondermaschinenbau – eine langjährige Spezialität der Maschinenfabrik in Voltlage. „Spezialanfertigungen und die Entwicklung von neuen Komponenten und Lösungen sind unsere Stärke“, erklärt Sonja Koopmann und verweist auf die große Bandbreite. Sie reicht von der unter einem Meter schmalen Kehrmaschine für enge Stallgänge bis hin zum Hightech-Gerät, bei der mehr als zehn Funktionen vom Kabinensitz per Funksteuerung bedient werden können. Ebenso kann es auch mal eine Speziallackierung für das Militär in Grönland sein oder eine Kehrmaschine für Pistenraupen, die Weltcup-Skipisten von Neuschnee befreit.

Weltweit vertreten

bema entwickelt die Maschinen in enger Abstimmung mit den Lieferpartnern. Gehäuse und Sammelwannen, Kehrwalzen und Tellerbesen, Hydraulik- und Antriebskomponenten, Räder und Speziallacke bezieht die bema-Maschinenfabrik von langjährigen Lieferanten aus Deutschland und Europa. Zudem hat der Hersteller ein dichtes Vertriebsnetz geknüpft und ist europaweit mit Werkvertretern, Händlern und Importeuren vertreten. Darüber hinaus kümmern sich freie Handelsvertreter um Kundenanfragen aus aller Welt. Insbesondere auf Messen erfährt Sonja Koopmann immer wieder, dass „Made in Germany“ ein wichtiges Entscheidungskriterium ist, weil es international als Synonym für Qualität und Zuverlässigkeit geschätzt wird. Wichtigste Werber sind für sie aber zufriedene Kunden „Wir profitieren stark vom Empfehlungsmarketing und dem hohen Bekanntheitsgrad in der Branche. Die Kunden haben Vertrauen zur Marke bema, weil die Produkte hohen Qualitätsstandards entsprechen und überzeugen“, unterstreicht Koopmann. Sie will auch in Zukunft den Finger am Puls halten. Wertvollen Input bekommt bema durch den regelmäßigen Austausch mit den Vertriebspartnern und Endkunden. Für die engagierte Chefin ist dieser Informationsaustausch unverzichtbar, denn er ist Motor für innovative Ideen und neue Entwicklungen. Sie ist sicher, dass der Trend weiter zu leistungsstarken Profi-Maschinen mit immer komplexeren Steuerungssystemen der Trägerfahrzeuge geht. Darüber hinaus sind Digitalisierung und saubere Prozesse ein wichtiges Thema für Sonja Koopmann auf dem Weg zur „Industrie 4.0“. Die Einführung einer neuen ERP-Software und eine weitere Optimierung des Prozessmanagements sind in Arbeit. Zudem nutzt bema Leitmesssen wie die GaLaBau in Nürnberg oder die EuroTier in Hannover für die Präsentation von Produktneuheiten.


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