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Jetzt Sanierer an Bord geholt

Vorstand bestellt Michael Baur zum CRO und Generalbevollmächtigten

BayWa: Jetzt Sanierer an Bord geholt

Michael Baur, Spezialist für Umstrukturierungen.

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Ein neuer Mann soll mithelfen, die angeschlagene BayWa AG wieder auf Kurs zu bringen. Der Vorstand des Konzerns hat am 10. September Michael Baur zum Chief Restructuring Officer (CRO) und Generalbevollmächtigten der AG bestellt. Baur arbeite direkt mit dem Vorstand zusammen und sei für alle Maßnahmen im Zusammenhang mit der Restrukturierung der BayWa-Gruppe verantwortlich, hieß es.

Baur habe schon viele Restrukturierungsprojekte bei mittelständischen Unternehmen und börsennotierten Konzernen erfolgreich geleitet, erklärte BayWa-Aufsichtsratschef Gregor Scheller. „In der jetzigen Situation ist er die richtige Wahl“, so Scheller.

Baur ist Managing Director und Global Vice Chair der Unternehmensberatung AlixPartners. Er hat sich auf Umstrukturierungen und Transformationen von Firmen spezialisiert. Zuletzt kam dies laut dem „Finance Magazin“ unter anderem dem Automobilzulieferer Benteler zugute. Unter Baur konnte das Salzburger Unternehmen seinen Umsatz um mehr als ein Fünftel auf 8,8 Mrd. Euro im Jahr 2022 steigern und das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) auf gut 700 Mio. Euro verdoppeln.

Baur startete dem „Finance Magazin“ zufolge einst als Senior Consultant bei Arthur Anderson. Drei Jahre später zog es ihn als Strategy Consultant zu Roland Berger, wo er auch zum Partner ernannt wurde. Zwischen 2002 und 2004 war er als COO und CFO bei Edel Germany tätig, bevor er zu AlixPartners wechselte.

Bereits seit Wochen zusammengearbeitet

BayWa-CEO Marcus Pöllinger arbeitet eigenen Angaben zufolge schon seit Wochen intensiv mit Baur an der Stabilisierung der BayWa. Er „wird uns rascher dem bereits in der Strategie 2030 angelegten Ziel einer robusteren und profitableren BayWa näherbringen“. Baur selbst erklärte, dass man gemeinsam die BayWa in den vergangenen Wochen bereits erfolgreich stabilisiert habe. Jetzt werde an einem umfangreichen Restrukturierungskonzept gearbeitet.

In die Schieflage geraten ist der Münchener Konzern wegen seines Expansionskurses, der gelockt durch niedrige Zinsen offenbar fast ausschließlich über Bankkredite finanziert wurde. Mitte August einigte sich die BayWa AG mit ihren größten Gesellschaftern und kreditgebenden Banken auf ein Finanzierungspaket über rund 550 Mio. Euro. Ende September soll bekanntlich das bei der Unternehmensberatung Roland Berger in Auftrag gegebene Sanierungsgutachten vorliegen.

Das Geschäftsjahr 2023 hatte die BayWa AG mit einem Konzernumsatz von 23,9 Mrd. Euro und einem Konzern-EBIT von 304 Mio. Euro abgeschlossen. In der ersten Jahreshälfte 2024 wurden nach vorläufigen Zahlen ein Gesamtumsatz von 10,7 Mrd. Euro und ein EBITDA von 149,5 Mio. Euro erzielt. Im ersten Halbjahr 2023 waren es 12,6 Mrd. Euro sowie 322,1 Mio. Euro gewesen.


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