Neue Hoffnung für die angeschlagene BayWa AG: In ihrem zweiten Entwurf kommen die Sanierungsgutachter der Unternehmensberatung Roland Berger zu dem Schluss, dass der Münchner Agrar- und Baustoffkonzern auf Basis eines nunmehr vorliegenden, konkretisierten Transformationskonzepts saniert werden kann. Die vorgeschlagene Transformationsphase soll drei Jahre laufen und am 31. Dezember 2027 enden.
Kerngeschäft soll bestehen bleiben
Das Transformationskonzept sieht für die BayWa eine organisatorische Verschlankung und zahlreiche operative Einsparmaßnahmen vor. Hinzu kommt die Veräußerung von bestimmten wesentlichen, insbesondere internationalen Beteiligungen unter grundsätzlicher Fortführung der vier Kerngeschäftsbereiche Agrar, Baustoffe, Energie und Technik. Die Sanierer gehen in ihrem Gutachten außerdem davon aus, dass zur Stärkung der Liquidität im kommenden Jahr eine Bezugsrechts-Kapitalerhöhung durchgeführt werden sollte.
Die durch die genannten Maßnahmen freiwerdenden beziehungsweise zufließenden Finanzmittel sollen auf Vorschlag der Gutachter zur Stärkung der Liquidität für den operativen Geschäftsbetrieb und zur Rückführung von Finanzverbindlichkeiten verwendet werden. Die Sanierer gehen davon aus, dass nach Abschluss der Transformationsphase eine erheblich verbesserte Eigenkapitalquote vorliegen wird und marktübliche Erträge erwirtschaftet werden.
Verhandlungen laufen gut
Laut Ad-hoc-Meldung der BayWa verlaufen die Verhandlungen mit den Finanzierungspartnern und weiteren wesentlichen Stakeholdern weiterhin konstruktiv. Der Konzern-Vorstand geht davon aus, dass es gelingen wird, auf Grundlage des vorliegenden zweiten Gutachtenentwurfs eine abschließende kommerzielle Einigung mit den Finanzierungspartnern und weiteren wesentlichen Stakeholdern über die vertragliche Dokumentation der Sanierungslösung sowie die langfristige Neuordnung der Finanzierung bis Ende 2027 zu erzielen.
Die Ausfertigung des finalen Sanierungsgutachtens und der Abschluss der Rekapitalisierung sind spätestens bis Anfang des zweiten Quartals 2025 geplant. Der Aktienkurs reagierte bereits positiv auf diese Entwicklung und stieg am 2. Dezember kurzzeitig über die Marke von 16 Euro, fiel allerdings schnell wieder darunter.








