Magazin Landwirtschaft

Bayern :

Dürregeschädigte Tierhalter werden beim Futterzukauf unterstützt

Anbau von Zwischenfrüchten auf ökologischen Vorrangflächen in Bayern ohne bürokratische Auflagen erlaubt

Die bayerische Landesregierung hat ihre Hilfsmaßnahmen für die von der Dürre betroffenen Bauern konkretisiert. Laut Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber wird der Freistaat in Regionen mit erheblichen Ertragseinbußen die Mehrkosten für Grundfutter zur Hälfte, maximal aber bis zu 50.000 Euro pro Betrieb ausgleichen.

Zwischenfruchtanbau wird auf Vorrangflächen dereguliert

Darüber hinaus lässt Bayern ab sofort den Anbau von Zwischenfrüchten auf ökologischen Vorrangflächen ohne bürokratische Auflagen zu. Die dafür notwendige Genehmigung des Bundes steht allerdings noch aus. Bereits vor einigen Tagen hatte das Land zudem Brachflächen zur Futternutzung freigegeben.

Unterdessen rief Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus Bund und Länder auf, zügig finanzielle Unterstützung für die dürregeschädigten Betriebe zu gewähren. Er schlägt vor, dass Bund und Länder auf Basis der „Nationalen Rahmenrichtlinie“ je zur Hälfte zunächst 50 Prozent des entstandenen Schadens ersetzen.

Bei einer Existenzgefährdung von Betrieben sollen bis zu 80 Prozent der Schäden ausgeglichen werden können. Finanzielle Unterstützung benötigten laut Backhaus aktuell vor allem die tierhaltenden Landwirte und die Futterbaubetriebe, ebenso Unternehmen mit arbeitsintensiven Produktionsverfahren und der Ökolandbau.

Eine mögliche vorgezogene Auszahlung eines Abschlags von bis zu 70 Prozent der EU-Agrarhilfen bringt den Betrieben nach Einschätzung von Backhaus vielleicht eine vorübergehende Entlastung. Sie stelle aber keinen Schadensausgleich der Europäischen Union dar, betonte der SPD-Politiker. Diese Maßnahme erfordere zudem eine Vorfinanzierung der Mittel durch den Bund.

Bund-Länder-Arbeitsgruppe „Dürre“ hat am Montag Arbeit aufgenommen

Eigenen Angaben zufolge hatte Backhaus am 3. August mit den von der Dürre ebenfalls besonders hart getroffenen Ländern Schleswig-Holstein, Brandenburg, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Sachsen Einvernehmen über den Vorschlag zur Gründung einer Bund-Länder-Arbeitsgruppe „Dürre“ hergestellt. Diese hat nun im Anschluss an die Amtschefkonferenz am Montag dieser Woche ihre Arbeit aufgenommen.


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