Magazin Arealpflege

Arealpflege :

Strategien gegen das Kraut in den Fugen

Von heißem Schaum bis zu scharfen Bürsten – Für die herbizidfreie Unkrautbeseitigung auf Wegen und Plätzen gibt es viele Geräte. Doch ein nachhaltiges Konzept gegen unerwünschten Bewuchs beginnt bereits bei der Bauplanung.

Arealpflege: Strategien gegen das Kraut in den Fugen

Die Haube für den Frontanbau des Heißdampfsystems von REINEX hat eine Breite von 1,30 m bis 1,60 m. Eine Seitendüse ermöglicht die Behandlung von Pflasterrinnen und Randsteinen.

Unkraut, Schmutz und kleine Steine werden beim Wildwuchsentfernen mit der AS 50 WeedHex sofort aufgefangen.

Unkraut, Schmutz und kleine Steine werden beim Wildwuchsentfernen mit der AS 50 WeedHex sofort aufgefangen.

Mehr als 80 verschiedene Pflanzenarten wachsen in den Zwischenräumen befestigter Flächen. Sie gehören zu den sogenannten Trittgesellschaften und sind wahre Überlebenskünstler. Schadstoffe, Hitze, Niedertreten und Trockenheit machen ihnen kaum etwas aus. Dennoch sind sie in aller Regel unerwünscht. Oft eher aus ästhetischen Gründen. Denn beispielsweise Moose und das Niederliegende Mastkraut, die beiden am häufigsten vorkommenden Pflanzenspezialisten in Fugen und Rissen (siehe Top-Ten-Liste), schränken die Nutzbarkeit gepflasterter Wege und Plätze kaum ein. Andere Arten verursachen jedoch durch ihr starkes Spross- und Wurzelwachstum auf die Dauer Schäden. Hierzu zählen Löwenzahn, Disteln oder ausdauernde Gräser.

Für die Unkrautbekämpfung verwenden Städte und Gemeinden verbreitet noch Herbizide. Deren Einsatz auf Nichtkulturflächen ist laut Pflanzenschutzgesetz eigentlich verboten. Doch unter bestimmten Voraussetzungen können Ausnahmegenehmigungen erteilt werden, etwa wenn es einem „vordringlichen Zweck“ dient und ein Sachkunde-Nachweis vorliegt. Kommunen oder Unternehmen wie die Deutsche Bahn begründen ihre Anträge oft mit der Gewährleistung der Verkehrssicherheit. Im Zuge der Diskussion um mögliche Umweltbelastungen durch glyphosathaltige Pflanzenschutzmittel handhaben Behörden solche Sondergenehmigungen allerdings mittlerweile sehr restriktiv. Zunehmend verbannen Bürgervertretungen die ungeliebten Pestizide per Beschluss aus den öffentlichen Anlagen und Einrichtungen. Auch Wirkungslücken und Resistenzen zeichnen sich ab, sichtbar beispielsweise an Bahnstrecken durch vermehrtes Auftreten von Schachtelhalm, Kanadischem Berufkraut oder der Kleinen Brennnessel (Eiternessel), die sich mit chemischen Mitteln nicht mehr bekämpfen lassen.

Verschiedene Bürsten für die Wildkrautentferner von AS-Motor. Der Bürstenträger (hinten) kann mit 2 bis 6 Zopfbürsten ausgerüstet werden. Die Stahl-Tellerbürste (links) hat eine hohe Schnittkraft. Die Nylonbürste schont empfindliche Oberflächen.

Verschiedene Bürsten für die Wildkrautentferner von AS-Motor. Der Bürstenträger (hinten) kann mit 2 bis 6 Zopfbürsten ausgerüstet werden. Die Stahl-Tellerbürste (links) hat eine hohe Schnittkraft. Die Nylonbürste schont empfindliche Oberflächen.

Die Wildkrautbürste WK 70 für den Anbau an die Grundgeräte von Agria mit einer Leistung zwischen 10 und 22 PS ist außerhalb der Gerätemitte rechtsbündig angebracht.

Die Wildkrautbürste WK 70 für den Anbau an die Grundgeräte von Agria mit einer Leistung zwischen 10 und 22 PS ist außerhalb der Gerätemitte rechtsbündig angebracht.

Unkrautmanagement erfordert Pflanzenkenntnisse

Von allen, die befestigte Flächen anlegen, unterhalten und pflegen, verlangt diese Entwicklung schon deshalb ein Umdenken, weil Alternativen zum chemischen Pflanzenschutz durchweg deutlich teurer sind. Experten sprechen von fünf- bis zehnfach höheren Kosten. Wirksamkeit und Handhabung der mechanischen und thermischen Verfahren zur Unkrautbeseitigung sind unsicherer. Der Energieaufwand ist hoch und die Maßnahmen müssen häufiger angewandt werden, weil das unerwünschte Grün schneller zurückkehrt. In der Regel bedeutet dies drei bis vier Behandlungen im Jahr.

„Eine gezielte und wirtschaftliche Bekämpfung ohne Herbizide erfordert daher ein langfristig angelegtes Behandlungskonzept und Kenntnisse über die Biologie der Unkräuter“, sagt Dr. Arnd Verschwele vom Institut für Pflanzenschutz in Ackerbau und Grünland am Julius Kühn-Institut (JKI) in Braunschweig. Der Herbologe forscht schon seit längerem an Maßnahmen gegen Wildwuchs im urbanen Raum und referierte zu diesem Thema kürzlich in Gera vor Dienstleistern und Vertretern aus Kommunen. Auf der Veranstaltung wurden auch mechanische und thermische Verfahren zur Entfernung von Bodenbewuchs vorgestellt.

Handgeräte in verschiedenen Arbeitsbreiten, hier eine Heißdampflanze von Reinex, ermöglichen eine Behandlung von Flächen, die mit einem Gerät im Frontanbau nicht erreichbar sind.

Handgeräte in verschiedenen Arbeitsbreiten, hier eine Heißdampflanze von Reinex, ermöglichen eine Behandlung von Flächen, die mit einem Gerät im Frontanbau nicht erreichbar sind.

Wildkrautbürste FWK 702 für den Frontanbau an Kommunalfahrzeugen mit Verschieberahmen und Wischfunktion für die Unkrautentfernung auf großen Flächen.

Wildkrautbürste FWK 702 für den Frontanbau an Kommunalfahrzeugen mit Verschieberahmen und Wischfunktion für die Unkrautentfernung auf großen Flächen.

Übermäßige Verunkrautung ist nach der Beobachtung von Verschwele oft eine Folge von Baumängeln oder vernachlässigter Instandhaltung. Etwa wenn der Unterbau falsch angelegt und mit Unkrautsamen belastet ist, oder wenn sich in Absenkungen Feuchtigkeit und Humus ansammelt. Eine unsystematische Bekämpfung wiederum kann zu Selektionen führen, die das Problem weiter verschärfen. So fördere eine kurze Abfolge der Maßnahmen die Selektion von Pflanzen mit kurzem Lebenszyklus, die sich dann bei einer längeren Unterbrechung der Einsätze explosionsartig vermehren. Als Beispiele nennt der Wissenschaftler das einjährige Rispengras, das bei günstigen Bedingungen von Aussaat bis Samenreife nur 5 bis 6 Wochen braucht, sowie den Dreifinger-Steinbrech, der sogar im Dezember wächst und Samen bildet.

Bei Verträgen mit Dienstleistern vereinbaren erste Kommunen daher mittlerweile nicht welche Art von Bekämpfungsmaßnahmen wie oft durchgeführt werden sollen, sondern welcher Grad an Unkrautbedeckung, beispielsweise 2 oder 5 Prozent, nicht überschritten werden darf. Bildanalytische Messmethoden ermöglichten hier eine objektive Kontrolle.

Der Entwickler des Systems GEYSIR zur thermischen Unkrautbekämpfung, Heinz Kersten (r.), erläutert Interessenten den modularen Aufbau aus den Komponenten Wassertank, Wärmeerzeugungseinheit und Ausbringsystem.

Der Entwickler des Systems GEYSIR zur thermischen Unkrautbekämpfung, Heinz Kersten (r.), erläutert Interessenten den modularen Aufbau aus den Komponenten Wassertank, Wärmeerzeugungseinheit und Ausbringsystem.

Die Ausbringlanze des Systems GEYSIR mit Arbeitsbreiten von 50 oder 85 cm wird mittels eines Transportwagens über die Fläche geführt.

Die Ausbringlanze des Systems GEYSIR mit Arbeitsbreiten von 50 oder 85 cm wird mittels eines Transportwagens über die Fläche geführt.

Nach der Erfahrung des Pflanzenexperten haben Planer den Aufwand für die Unkrautbekämpfung oft nicht im Blick. Manchmal sei eben eine Bitumendecke die zwar weniger repräsentative aber langfristig ansehnlichere Lösung als eine Natursteinpflasterung mit ihren vielen unregelmäßigen Fugen. Ähnliches gelte für die Gehwegbreite. Zum vorbeugenden Wegebau im Sinne des Pflegeaufwandes gehöre auch die Anlage ebener Flächen mit möglichst wenig Hindernissen. Eine oft über viele Jahre anhaltende Wirkung lasse sich durch eine Fugenversiegelung erzielen, etwa durch die Flüssigkeit „Resiblock“ oder silikathaltiges Verfüllmaterial wie „DanSand“.

Zwei Düsenstränge sorgen unter der Haube der Ausbringlanze von GEYSIR für eine gleichmäßige Verteilung des Heißwasser-Heißdampf-Gemischs.

Zwei Düsenstränge sorgen unter der Haube der Ausbringlanze von GEYSIR für eine gleichmäßige Verteilung des Heißwasser-Heißdampf-Gemischs.

Mit einem bis zu 110 °C heißen Gemisch aus Heißwasser und Heißdampf bekämpft das System GEYSIR die Unkräuter.

Mit einem bis zu 110 °C heißen Gemisch aus Heißwasser und Heißdampf bekämpft das System GEYSIR die Unkräuter.

Erfolg durch Mix an Bekämpfungsmethoden

Die veränderten Rahmenbedingungen förderten in den vergangenen Jahren Innovationen im Bereich des herbizidfreien Unkrautmanagements. Mittlerweile bietet der Markt eine breite Palette an Geräten in unterschiedlichen Ausführungen und Leistungsklassen, um unerwünschten Bodenbewuchs gründlich zu entfernen. „Ein durchdachtes Konzept, das Umfang, Beschaffenheit und die Lage der Flächen etwa unter dem Aspekt möglicher Lärmbelastung ebenso berücksichtigt wie die aktuelle Verunkrautung und das Bekämpfungsziel, ist aber häufig nicht mit einem System zu realisieren, sondern nur mit einem Methodenmix“, meint Verschwele.

Grundsätzlich basieren die von ihm auf der Veranstaltung in Gera vorgestellten Bekämpfungsmethoden auf mechanischen oder thermischen Verfahren.

Die einfachste mechanische und besonders für größere Flächen geeignete Maßnahme ist das regelmäßige Kehren, das wegen der zum Teil ausgedehnten Vergetationszeiten einiger Unkräuter auch im Winter nicht für längere Zeit unterbrochen werden sollte.

Das Heißwasser an den Lanzendüsen des Unkrautbekämpfungssystems WeedMaster von Waterkracht hat eine konstante Temperatur von 98 Grad Celsius.

Das Heißwasser an den Lanzendüsen des Unkrautbekämpfungssystems WeedMaster von Waterkracht hat eine konstante Temperatur von 98 Grad Celsius.

Die Maschinen Foamstream M600 und M1200 von Weedingtech bringen pro Minute 7 bzw. 12 Liter Schaumflüssigkeit aus.

Die Maschinen Foamstream M600 und M1200 von Weedingtech bringen pro Minute 7 bzw. 12 Liter Schaumflüssigkeit aus.

Deutlich aggressiver geht es da mit den Unkrautbürsten zur Sache. Hier ist die Auswahl an Geräten und Bürsten aus unterschiedlichen Materialien zur Anpassung an die Untergründe inzwischen sehr groß. Häufig bieten die Maschinen Einstelloptionen je nach Arbeitsziel. „Wenn es viele Justiermöglichkeiten gibt, kann man allerdings auch viel falsch machen und zum Beispiel die Pflasterung beschädigen“, gibt Verschwele zu bedenken.

Bürsten eignen sich besonders für stark verunkrautete Flächen. Die Geräte sollten mit einem Auffangbehälter für die abgetrennten Pflanzenteile und den aufgewirbelten Schmutz ausgerüstet sein. So ist keine Nachreinigung nötig und alles in einem Arbeitsgang erledigt. Die Handhabung erfordert einige Erfahrung. Beim Handbetrieb belastet die Vibration. Zu bedenken sind bei der Maßnahmenplanung auch die Steinschlaggefahr und die Auswirkungen auf das Umfeld durch Staub und Lärm.

Gängige thermische Verfahren arbeiten in einem Temperaturbereich zwischen 90 °C (Heißwasser) und 800 °C (Heißluft).

Alexander Rolle von der Arold Service & Vertrieb GmbH demonstriert die Handhabung des WeedMaster M von Waterkracht, eine Kombination aus thermischer Wildkrautbekämpfung und Hochdruckreiniger.

Alexander Rolle von der Arold Service & Vertrieb GmbH demonstriert die Handhabung des WeedMaster M von Waterkracht, eine Kombination aus thermischer Wildkrautbekämpfung und Hochdruckreiniger.

Die dämmende Schaumschicht verzögert bei den Geräten von Weedingtech das Abkühlen des Heißwassers und erhöht so die abtötende Wirkung auf die Unkräuter bis in den Wurzelbereich.

Die dämmende Schaumschicht verzögert bei den Geräten von Weedingtech das Abkühlen des Heißwassers und erhöht so die abtötende Wirkung auf die Unkräuter bis in den Wurzelbereich.

Entscheidend ist die Temperatur, die ankommt

Entscheidend ist aber nicht, welche Temperatur das Gerät erzeugt, sondern was davon bei der Pflanze ankommt und wie sie sich dort verteilt. Die verschiedenen Unkräuter nehmen Hitze in Abhängigkeit von Blattstellung und Wurzelform unterschiedlich auf. So haben sich Löwenzahn und Rispengras, deren Vegetationspunkt gut geschützt ist, als besonders temperaturbeständig erwiesen. Notwendig für die Eiweißgerinnung und Zerstörung der Zellmembranen ist die Einwirkung einer Temperatur von mindestens 60 °C über eine gewisse Zeit auf möglichst alle oberirdischen Pflanzenteile. Erhöhen lässt sich die Wirksamkeit, wenn die thermische Behandlung bei hohen Tagestemperaturen und Windstille an trockenen Pflanzen erfolgt. Die Unkräuter sollen erhitzt, aber nicht verbrannt werden. „Bereits 10 bis 14 Tage später sollte eine zweite Behandlung folgen, auch wenn das eine psychologische Hürde ist, weil man ja noch den Aufwand vom ersten mal im Kopf hat und kaum etwas vom nachkommenden Aufwuchs zu sehen ist“, empfiehlt Verschwele. Zu beachten sei, dass thermische Verfahren gegebenenfalls hitzebeständige Arten durch Selektion fördern.

Das Heißluftsystem von Zacho zur Entfernung von ungewollter Vegetation gibt es im Frontanbau für Kommunalmaschinen und als handgeführtes Gerät.

Das Heißluftsystem von Zacho zur Entfernung von ungewollter Vegetation gibt es im Frontanbau für Kommunalmaschinen und als handgeführtes Gerät.

Die Austrittsluft unter der Haube des Zacho Heißluftsystems hat eine Temperatur von 800 Grad Celsius. Da wächst kein Gras mehr.

Die Austrittsluft unter der Haube des Zacho Heißluftsystems hat eine Temperatur von 800 Grad Celsius. Da wächst kein Gras mehr.

Die preisgünstigste Art der Unkrautbeseitigung auf Wegen und Plätzen durch Hitzeeinwirkung ist das Abflammen. Es funktioniert auch auf unebenen Flächen, erfordert aber besondere Sicherheitsvorkehrungen wegen der Brandgefahr. Heißwasser und Wasserdampf, oft in Kombination angeboten, bringen eine hohe Flächenleistung und zusätzlich einen Reinigungseffekt. Zum Behandeln schwer zugänglicher Bereiche, etwa an Zäunen oder für besondere Aufgaben, beispielsweise die Abtötung großer Wurzelunkräuter wie Riesenbärenklau oder Staudenknöterich, gibt es spezielle Lanzen.

Das heiße Wasser bringt die Temperatur gut an die Pflanze. Das Aufheizen in einem gasbetriebenen Durchlauferhitzer benötigt aber vergleichsweise viel Energie. Zudem muss ein Wasseranschluss vorhanden sein oder das Wasser in einem Tank mitgeführt werden, der das Gerätegewicht entsprechend erhöht.

Ähnliches gilt für Geräte, die mit Heißschaum arbeiten. Das Verfahren ist im Vergleich zu anderen thermischen Verfahren teuer, aber durch die isolierende Wirkung des Schaumes verbessert sich die Tiefenwirkung, sodass manchmal zwei Behandlungen im Jahr ausreichen.

Demgegenüber haben Heißluftgeräte einen wesentlich niedrigeren Energieverbrauch. Sie benötigen kaum Rüstzeit. Wegen der geringeren Tiefenwirkung müssen sie aber langsam fahren, was auf die Fläche bezogen einen Teil des geringeren Energieeinsatzes wieder auffrisst. Ein Minuspunkt ist die im Vergleich zu anderen thermischen Verfahren hohe Lärm- entwicklung.

Da bislang so gut wie keine objektiven Daten für die Bewertung von thermischen Geräten vorliegen, wurde am JKI ein entsprechender Prüfstand entwickelt. „Bei ersten Tests stellte sich hier beispielsweise heraus, dass die Temperaturwerte von Abflammgeräten über die gesamte Arbeitsbreite häufig erheblich schwanken“, informiert Verschwele. Die Herstellerangaben zu Temperaturen und möglicher Fahrgeschwindigkeit hätten sich nicht immer bestätigt.

Acht Hersteller bei den praktischen Vorführungen

Beim Praxisteil der Veranstaltung auf dem weitläufigen Gelände des CJD Berufsbildungswerkes Gera präsentierten Vertreter von acht Herstellern ihre Geräteentwicklungen. Bei den mechanischen Verfahren gehörten dazu die Firmen AS-Motor, Fiedler und Agria- Werke.

AS-Motor bietet seine Wildkrautentferner AS WeedHex in drei Leistungsklassen von 2,8 bis 4,3 PS und Arbeitsbreiten von 35 und 50 cm an. Neu ist die E-WeedHex mit Akku-Antrieb. Serienmäßig sind die Geräte mit Fangkorb (25 l) zur Aufnahme des Heckauswurfs ausgestattet. Der Bürstendruck ist stufenlos regulierbar.

Fiedler zeigte die Wildkrautbürste FWK 702 für den Frontanbau an Kommunalfahrzeugen. Eine Besonderheit ist die optional erhältliche Aufhängung mit Seitenverschub für bessere Ergebnisse in Kurven und Ausbuchtungen. Zusätzlich gibt es eine Wischautomatik für die Unkrautentfernung auf Flächen. Dadurch ergibt sich eine Arbeitsbreite von 2,80 m.

Zum Produktprogramm von Agria in diesem Anwendungsbereich gehören die für kleinere Flächen sowie Ecken und Kanten konzipierte Wildkrautbürste Agria 8100 mit 5,4-PS-Motor und einer Arbeitsbreite von 50 cm sowie Wildkrautbürsten in Arbeitsbreiten von 70 und 100 cm zum Anbau an die Modelle der Agria-Geräteträger. Für die Wildkrautbeseitigung auf wassergebundenen Wegen gibt es eine rotierende Gitterwalze, die in den Boden eindringt und die Pflanzen mitsamt Wurzeln löst.

Geräte auf der Basis thermischer Verfahren zeigten die Firmen Waterkracht, Reinex, Zacho, Weedingtech und Geysir.

Der WeedMaster M ist nach Aussage des Thüringer Vertriebspartners, der Arold Service & Vertrieb GmbH Münchenbernsdorf, das meistverkaufte Gerät aus dem Produktprogramm von Waaterkracht, weil es wahlweise mit oder ohne Tank erworben werden kann. Das Gerät liefert über den Dieselbrenner Wasser mit einer Temperatur von konstant 98 °C und kann neben der Wildkrautbekämpfung auch als Hochdruckreiniger (50 bar) verwendet werden. Die reale Flächenleistung wird vom Hersteller unter dem Aspekt notwendiger Wendemanöver und Nebenarbeiten, wie Wasser auffüllen sowie Arbeitspausen je nach Verunkrautung, mit 1.250 bis 2.500 m² pro Tag angegeben.

Dr. Arnd Verschwele vom Julius Kühn-Institut in Braunschweig forscht unter anderem an Maßnahmen gegen Wildwuchs im urbanen Raum.

Dr. Arnd Verschwele vom Julius Kühn-Institut in Braunschweig forscht unter anderem an Maßnahmen gegen Wildwuchs im urbanen Raum.

Die Kombination aus Frontgerät und Heckaufbau von Reinex, beispielsweise für den Multicar, ermöglicht neben der Verwendung als Hochdruckreiniger ein Umschalten zwischen Heißdampf, der stets eine Abdeckung benötigt, und Heißwasser an Stellen, wo keine Abdeckung möglich ist, etwa unter Zäunen. Das Doppelbrennersystem mit einer Heizleistung von 160 kW erhitzt das Wasser auf bis zu 135 °C und verbraucht bei Maximalleistung im Dauerbetrieb 18 l Diesel pro Stunde. Der Wasserverbrauch im Dampfbetrieb über den Vorbau beträgt 420 l/h.

Beim Foamstream M1200 von Weedingtech werden mit einem dieselbetriebenen Durchlauferhitzer pro Minute 12 Liter Wasser auf etwas über 100 °C erhitzt und vor dem Austritt aus der Lanze mit einem pflanzlichen Stärkeextrakt versetzt. Der dabei entstehende Schaum verzögert die Abkühlung des ausgebrachten Heißwassers um etwa eine halbe Minute. Die Flächenleistung beträgt laut Hersteller je nach Vegetationsdichte und Untergrund 280 bis 700 m²/h. Eine Verwendung als Hochdruckreiniger ist ebenfalls möglich.

Mit einem etwa 110 °C heißen Gemisch aus Heißwasser und Heißdampf arbeitet der Geysir vom gleichnamigen Hersteller. Dies und die Verteilung über zwei Düsenstränge unter einer Haubenkonstruktion soll an der Lanze auch bei längeren Schlauchzuführungen eine Austrittstemperatur von um die 100 °C und damit eine sichere Abtötung des Unkrauts gewährleisten. Die Flächenleistung wird mit 300 bis 500 m²/h je nach Untergrund und Pflanzenausbildung angegeben.

Das Heißluftgerät von Zacho wurde ursprünglich für die Trocknung der Dehnungsfugen von Startpisten entwickelt. Im Vertrieb über den Händler Stavermann macht es jetzt dem Unkraut auf Gehwegen und Plätzen den Garaus. Ein Benzin- oder Gasmotor treibt ein Gebläse an, das Luft in die Gasbrennerkammer presst. Dort wird sie auf 800 °C erhitzt und strömt weiter zum Gerätekopf, der wenige Zentimeter über den zu behandelnden Untergrund geführt wird. Die handgeführten Modelle haben eine Arbeitsbreite von 65 cm, die Ausführung für den Frontanbau ist bis zu 1,40 m breit. Die Flächenleistung beziffert Zacho mit bis zu 4.000 m²/h bzw. 10.000 m²/h (theoretisch errechnet unter idealen Bedingungen bei einer Arbeitsgeschwindigkeit von 7 km/h).

Die Top-Ten-Arten in den Trittgesellschaften

1. Moose (Lebermoose)

2. Niederliegendes Mastkraut

3. Gemeiner Löwenzahn

4. Einjähriges Rispengras

5. Breit-Wegerich

6. Vogel-Knöterich

7. Kanadisches Berufkraut

8. Weg-Rauke

9. Quendel-Sandkraut

10. Gemeiner Beifuß

Quelle: JKI/Verschwele

Planungshilfe für Praktiker

Das als Planungs- und Entscheidungshilfe für Praktiker konzipierte Fachbuch „Erfolgreiches Unkrautmanagement auf Wegen und Plätzen“ von Arnd Verschwele (Hrsg.) befasst sich mit der Biologie der Unkräuter in urbanen Ökosystemen, mit gesetzlichen Vorgaben, vorbeugenden konstruktiven Möglichkeiten bei der Anlage von befestigten Flächen sowie mit den denkbaren mechanischen, thermischen und chemischen Bekämpfungsverfahren. Einen inhaltlichen Schwerpunkt bildet die Integration all dieser Maßnahmen in ein umfassendes Unkrautmanagementkonzept.

Erschienen im Erling Verlag, 160 Seiten, zahlr. Abbildungen, Hardcover

ISBN 978-3-86263-128-5, Preis: 29,90 Euro


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