Magazin Landtechnik

Annaburger :

Schwere Kost wird zu leichten Häppchen

Der RS CutMaster zerkleinert auch schwer verdauliches Material für Biogasanlagen wie Mist, Stroh oder Gras. Bei einer Vorführung zeigte die Maschine ihr Können.

Annaburger: Schwere Kost wird zu leichten Häppchen

Das mobile Zerkleinerungsaggregat RS CutMaster lässt sich überbetrieblich einsetzen. Die Zugmaschine sollte mindestens 300 PS haben.

Das Häckselwerk besteht aus zwei senkrecht gelagerten, mehrstufigen Rotoren mit Universalmessern.

Das Häckselwerk besteht aus zwei senkrecht gelagerten, mehrstufigen Rotoren mit Universalmessern.

Als Abhilfe bieten verschiedene Hersteller stationäre Systeme zur Zerkleinerung an. Auf dem Markt sind eine Vielzahl von Hammermühlen, Mazeratoren oder Systeme, die Biomasse beispielsweise mit Ultraschall oder mit der Kraft platzender Gasbläschen (Kavitation) zerkleinern sollen.

Es ist schon lange eine Binsenweisheit für Biogasanlagenbetreiber: Je stärker die Rohstoffe vor dem Eintrag in den Fermenter zerkleinert bzw. aufgefasert sind, desto leichter haben es die Mikroorganismen mit der Zersetzung und der anschließenden Biogasbildung. Bei Mais haben es die Bakterien vergleichsweise einfach. Anders dagegen bei Material wie strohreicher Mist, Ganzpflanzensilage oder Gras. Hier tun sich die Mikroorganismen mit den Fasern oder verholzten Bestandteilen schwer. Diese schwimmen gern auf und bilden die gefürchteten Schwimmschichten. Geringere Gasausbeute, Rührwerksverschleiß und hohe Stromkosten für das Rühren sind die Folge.

Diese Auflöseeinheit zerkleinert Ballen oder ähnliches vor.

Diese Auflöseeinheit zerkleinert Ballen oder ähnliches vor.

Doch diese Systeme haben meist einen hohen Verschleiß und verbrauchen viel Strom. Auch lassen sie sich nicht immer in einer Biogasanlage nachrüsten, wenn diese ihr Substratmix ändert.

Eine flexible und mobile Alternative ist der RS CutMaster von Annaburger, der eine Zerkleinerungstechnik der Rasspe Systemtechnik verwendet.

Der RS CutMaster basiert auf dem Universalstreuer von Annaburger mit 15 m³ Volumen, Kratzboden und Tandemfahrwerk. Doch statt der üblichen Streuwalzen ist am Ende das RS CutMaster-Aggregat installiert. Es besteht aus drei Teilen:

■ Auflöseeinheit: Zwei Walzen homogenisieren die Substrate und lösen Ballen oder Klumpen auf.

■ Vereinzelungs- und Zuführwalze: Die Biomasse wird kontinuierlich zur Vereinzelungs- und Zuführwalze gefördert.

■ Häckselwerk: Es besteht aus zwei senkrecht gelagerten, mehrstufigen Rotoren. Diese drehen mit hoher Drehzahl, um eine zuverlässige Zerkleinerung möglich zu machen. Die Zerkleinerung übernehmen Universalmesser, die unterschiedliche Substrate vearbeiten können. Die Gegenmesser lassen sich stufenlos verstellen. Der Zerkleinerungsgrad lässt sich über die Zapfwellendrehzahl und das Verstellen der Gegenmesser verändern. Wegen der pendelnd aufgehängten Messer ist sie relativ unempfindlich gegenüber Steinen.

Grassilage: links das Rohmaterial, rechts nach der Behandlung.

Grassilage: links das Rohmaterial, rechts nach der Behandlung.

Maissilage ist nach dem RS CutMaster fast breiförmig.

Maissilage ist nach dem RS CutMaster fast breiförmig.

Praktikerurteil – So bewertet Lohnunternehmer Samuels die Maschine:

■ Das Zerkleinern ist interessant für Biogasanlagen mit wenig Fermentervolumen, die auch faserige Substrate in kürzerer Zeit vergären wollen. 

■ Interessant ist die Option, Mais, Gras und z.B. Rüben in dem RS CutMaster zu mischen und so eine homogene Mischung zu erstellen.

■ Auch Mist mit hohem Strohanteil wie z.B. Pferdemist ließe sich auf diese Weise gut verarbeiten.

■ Künftig könnte die Bedeutung von Maisstroh als Substrat zunehmen, wenn der Körnermaisanbau weiter zunimmt. Auch dafür ist der Cutmaster gut geeignet. 

■ Ein weiterer Vorteil ist die Flexibilität: die Maschine kann sehr unterschiedliche Stoffe verarbeiten, was für Biogasanlagen interessant ist, die günstige und häufig wechselnde Substrate verwenden wollen.

■ Mit dem Fahrzeug ließe sich auch Stroh häckseln zum Einstreuen. 

■ Mit Kosten von ca. 120.000 Euro liegt sie etwa bei der Hälfte der Investitionskosten von stationären Aufbereitungsanlagen dieser Größenordnung. 

Bei einem Dieselverbrauch von 40 bis 50 l bei 50 t Kapazität pro Stunde verbraucht der Traktor rund 1 l pro Tonne Substrat. Einschließlich Verschleiß schätzt
Samuels die Aufbereitungskosten auf 4 bis 5 Euro/t.


Diesen Artikel bewerten

Diskutieren Sie mit

blog comments powered by Disqus