Angehängte und angebaute Arbeitsgeräte:

Richtig angebaut heißt Diesel gespart

Der richtige Anbau der aufgesattelten und Dreipunkt angebauten Maschinen beeinflusst nicht nur die Arbeitsqualität der Anbaugeräte, sondern auch den Zugkraftbedarf, die Flächenleistung und damit den Kraftstoffverbrauch. Wir beschreiben, was zu beachten ist.

Angehängte und angebaute Arbeitsgeräte: Richtig angebaut heißt Diesel gespart

Vom Schlepper zum Gerät ansteigende Unterlenker verbessern die Traktion und die Führung des Gerätes. Das Gerät liegt fest im Boden und erreicht damit eine gleichmäßige Arbeitstiefe. 

Angehängte und angebaute Arbeitsgeräte: Richtig angebaut heißt Diesel gespart

Das Spreizmaß, der angepasste Reifendruck und die leichtgängigen Verstellmöglichkeiten des Hubwerks sollte man vor jedem Anbau eines Gerätes überprüfen.

Zu den verschiedenen Verbindungmöglichkeiten Schlepper – Gerät haben die Kollegen von Walterscheid in den vergangenen Heften des eilboten in ihren Werkstatttipps bereits einiges erläutert.

Folgend einige Hinweise für im Dreipunkt angebaute Maschinen wie Grubber, Pflug oder Drillkombination und in den Unterlenkern angehängte Arbeitsgeräte, wie aufgesattelte Bodenbearbeitungsgeräte.

Für Ihre Sicherheit und zur Unfallverhütung sollten alle Teile der Anhängung innerhalb des zulässigen Verschleiß leichtgängig verstellbar und nicht verbogen oder verzogen sein. Bitte kontrollieren Sie regelmäßig die Bolzen und Buchsen der Dreipunkt-Anhängung. Die Bauteile unterliegen besonders bei größeren Maschinen extremen Belastungen und kleinere Schäden, wie ein gebrochener Bolzen, ziehen häufig aufwändige Reparaturen auch an den angebauten Maschinen nach sich.

Die Abmessungen der Dreipunkt, bzw. bei aufgesattelten Geräten der Unterlenkeranhängung, sind in der DIN730-1 festgelegt.

Das ist beim Schlepper bereits vor dem Anbau zu beachten:

■ Reifendruck kontrollieren, beide Seiten gleichmäßig, je nach Herstellerempfehlung

■ Spreizmaß des Unterlenkers beachten: Innenkante Kugel – Innenkante Kugel = 825 mm bei Kat.2 oder 965 mm bei Kat.3

■ Hubstreben auf gleiche Längen einstellen

■ Hubarme auf Verdrehung kontrollieren (passiert bei einseitiger Belastung)

■ Unterlenker Stabilisatoren in Arbeitsposition müssen für Anbau-Pflüge und Bodenbearbeitungsgeräte frei beweglich sein

■ Unterlenker Stabilisatoren müssen für aufgesattelte Geräte und Aufsattel-Pflüge fest verriegelt sein

■ Dreipunkt-Hydraulik auf 100 % Lageregelung einstellen

Angehängte und angebaute Arbeitsgeräte: Richtig angebaut heißt Diesel gespart

Das ist beim Dreipunkt-Heckanbau zu beachten:

Die Verriegelungen der seitlichen Unterlenkerstabilisatoren sollten bei ca. 50 % Aushubhöhe ver- bzw. beim Absenken entriegeln. Gerade bei höheren Transportgeschwindigkeiten verhindern fest eingespannte Geräte ein Aufschaukeln des Gespanns und sorgen damit für sichere Transportfahrten.

Generell sollten Dreipunkt-Heckanbau-Geräte in der Arbeitsposition seitlich frei hinter dem Schlepper laufen.

Ausnahmen sind Geräte wie Zuckerrüben-Sägeräte, Mulcher und ähnliche Maschinen. Bei den vorgenannten Geräten ist der Bodeneingriff meist gering, die Maschinen sind relativ kurz und damit die Seitenkräfte bei Lenkbewegungen auf die Unterlenkerstabilisatoren relativ gering.

Für Bodenbearbeitungsgeräte ist es optimal, wenn sie seitlich frei (Unterlenkerstabilisatoren in Arbeitsposition entriegelt) hinter dem Schlepper laufen. Der Hebelarm der Maschinen ist durch die Baulänge meist so groß, dass im besten Fall übermäßiger Verschleiß droht, im schlechtesten Fall können Schäden an der Aufhängung entstehen.

Bei den mechanischen Seitenstabilisierungs-Systemen sind die Verriegelungsklappen mit der Feder so einzustellen, dass die Klappen in Arbeitsposition sicher aufklappen.

Hebt man am Hang aus, so begrenzt die hangabwärts gerichtete Strebe zunächst die Maschine, beim Wendevorgang mit ausgehobenem Gerät zentriert sich das Gerät bei der Richtungsänderung und die Stabilisatoren können verriegeln.

Bei den hydraulischen Systemen geschieht das Verriegeln und das Zentrieren komfortabel und sanft beim Aushubvorgang. Die Ver- und Entriegelungspunkte der hydraulischen Systeme sind deutlich einfacher und komfortabler einzustellen.

In der Grundeinstellung für Bodenbearbeitungsgeräte sollte die Dreipunkt-Hydraulik auf Schwimmstellung stehen, also Lageregelung, der Unterlenker ohne Absenkbegrenzung nach unten.

Der Position des Oberlenkers kommt bei angebauten Geräten eine zentrale Rolle zu. Zum einen beeinflusst ein vom Schlepper zum Gerät ansteigender Oberlenker die Aushubhöhe des Geräts, da das Gerät „hochgehebelt“ wird. Das beeinflusst wiederum den Hubkraftbedarf.

Angehängte und angebaute Arbeitsgeräte: Richtig angebaut heißt Diesel gespart

Walterscheid bietet viele Komponenten bis hin zu kompletten Dreipunkt-Systemen.  Für die Nachrüstung lassen sich gezielt Komponenten auswählen.

Oberlenkerposition beachten!

Ein in Arbeitsposition vom Schlepper zur Maschine steil ansteigender Oberlenker erleichtert das Ausweichen der Arbeitsgeräte nach oben. Ein flach liegender Oberlenker vergrößert die Kraft zum Ausheben über das Gerät.

Diesen Effekt kann man sich zunutze machen, als Beispiel: Unter trockenen Bedingungen soll der Grubber/die Kurzscheibenegge ohne Schaukeln im Boden „sitzen“, um eine möglichst gute Rückverfestigung und eine gleichmäßige Arbeitstiefe zu erreichen => den Oberlenker flach einstellen.

Unter nassen Bedingungen beginnt die Walze der Kreisel-Drill Kombination zu kleben => dann den Oberlenker steiler stellen, um das Ausweichen zu erleichtern bzw. den Druck auf die Walze zu verringern.

Angehängte und angebaute Arbeitsgeräte: Richtig angebaut heißt Diesel gespart

Bei einigen Frontgeräten kann die Verstellmöglichkeit für die Unterlenker zu gering sein. Trotz oberster Bohrung fallen die Unterlenker zum Gerät ab und der Schlepper schiebt auf das Frontgerät. Mit einer plasmageschnittenen Erhöhung, wie dargestellt, lässt sich der Kuppelpunkt erhöhen und die Lenkfähigkeit preiswert optimieren.

Pflüge schnell eingestellt

Pflug im Feld: Für die optimale Pflugeinstellung jeweils nur eine Einstellung ändern und dann je Seite eine Spur fahren => Einstellung immer auf derselben Seite an ungefähr derselben Stelle im Schlag vornehmen.

■ Am Stützrad die Tiefe einstellen

■ Über die Spindeln die Neigung für beide Seiten rechtwinklig zur Bodenoberfläche einstellen

■ Vorderfurche anpassen (nicht breiter als die anderen Schare!)

■ Oberlenker „saugend“ vorne anliegend im Langloch

■ mit der Lageregelung den Pflug gleichmäßig in der Tiefe führen (vorderes und hinteres Schar wirft gleichmäßig viel Erde)

■ gegebenenfalls Zugpunkt anpassen

■ alle vorgenannten Punkte immer wieder nachstellen.

Unter normalen Bedingungen benötigt das vordere Schar keinen höheren Druck in der Steinsicherung. Zeigt das erste Schar eine Tendenz zum früheren Auslösen, zunächst die vordere Tiefe, die Vorderfurche und den Zugpunkt kontrollieren.

Lageregelung versus Zugkraftregelung

Die Arbeitstiefe und damit das Pflugbild soll über den gesamten Schlag gleichmäßig sein. Nur die Lageregelung sichert mit einer Feinregelung durch den Fahrer eine gleichmäßige Arbeitstiefe und damit ein gleichmäßiges Arbeitsbild.

Zugkraftregelung

■ vereinfacht gesagt ist die Zugkraftregelung eine „Mogelregelung“

■ steigt der Zugkraftbedarf z. B. in einer verdichteten Fahrgasse an, regelt die Dreipunktanhängung bei Zugwiderstand hoch

■ kommt das Gespann in eine Sandstelle, steigt der Rollwiderstand an, weil der Schlepper mehr einsinkt, da der Widerstand des Bodens aber abnimmt, sinkt der Pflug tiefer ab, zusätzlich lässt die Regel-hydraulik wegen des geringeren Zugwiderstandes etwas ab => Ergebnis ist ein noch tieferes Arbeiten

Lagerregelung

■ der Pflug lässt sich über die Hydraulik (Lageregelung) sicher führen und reagiert sofort auf kleinste Veränderungen des Fahrers

■ das Pflugrad fungiert als Tastrad => kein Einsinken auf sandigen/nassen Stellen

■ mehr Gewicht auf der Hinterachse

=> weniger Schlupf

=> geringerer Kraftstoffverbrauch

=> höhere Flächenleistung

■ der Pflug zieht unter trockenen, harten Bedingungen sicher ein, weil nach dem Aufsetzen auf den Boden mit der Schnell-absenktaste der Pflug vorne schnell und steil in den Boden eindringen kann

=> kurze Schwalbenschwänze am Vorgewende

=> ebenere Flächen

=> einfachere Folgearbeiten

■ keine übermäßige Belastung des Pflugrades

Angehängte und angebaute Arbeitsgeräte: Richtig angebaut heißt Diesel gespart

Der zum Gerät ansteigende Oberlenker erleichtert das Ausweichen des Gerätes. In diesem Fall kann man sowohl schlepperseitig als auch geräteseitig auf die Bedingungen reagieren und nachjustieren.

Aufgesattelte Maschinen mit eigenem Fahrwerk

Aufgesattelte Geräte sind grundsätzlich mit verriegelten/verspannten Unterlenkern zu fahren, auch wenn die Maschinen im Dreipunkt (wie zum Beispiel mit Zugkraftverstärker) angehängt sind. Durch den weiter nach hinten verlagerten Drehpunkt der Zugeinrichtungen ist die Gefahr des Aufschaukelns deutlich größer.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Stellung der Unterlenker vom Schlepper zur Maschine. Die Unterlenker sollten vom Schlepper zur Maschine mindestens waagerecht, besser leicht ansteigend verlaufen. Fallen die Unterlenker vom Schlepper zur Maschine ab, wirkt die Verbindung Unterlenker – Maschine unter Last wie ein Seil oder Kette. Sobald Zugkraft kommt, strafft sich die Verbindung von der „durchhängenden“ Position in die Waagerechte. In diesem Fall bekommen die Hubstreben keine oder sogar eine negative Last. Beim Arbeiten kann dieser Effekt zum Aufschaukeln und damit einem welligen Arbeitsbild des aufgesattelten Gerätes führen.

Steigen die Unterlenker zum Gerät an, so bleibt diese Position auch unter Last bei Nutzung der Lageregelung konstant. Zusätzlich kann die Zugeinrichtung Gewicht übertragen und damit die Zugleistung verbessern.

Aus diesem Grund ist eine K80-Verbindung an Bodenbearbeitungsgeräten kritisch zu sehen. Da nicht ständig eine Stützlast auf der Kugel liegt, verschleißt die untere Kante der Kalotte sehr schnell. Ist die untere Kante der Kalotte verschlissen, muss der Niederhalter die aufwärts gerichteten Kräfte aufnehmen und kann aufgrund der daraus resultierenden Überlast brechen.

Geräte im Frontanbau

Geschobene Geräte (Frontgrubber, Walzen) in der Front-hydraulik sind schwierig in Verbindung mit Lenksystemen. Durch den langen Vorbau erhöhen sich die benötigten Lenkkräfte oftmals und die Lenksysteme geraten an ihre Grenzen.

Abhilfe kann ein geschickter Anbau und die Geometrie des Fronthubwerks bringen.

Durch das ungelenkte Gerät steigen die Kräfte massiv an. Die Vorderachse wird durch eine ungünstige Geometrie entlastet, so dass zusätzlich die Traktion sinkt.

Fallen die Unterlenker vom Schlepper zur Maschine ab, so drückt diese Geometrie die Maschine dynamisch in den Boden, gleichzeitig entlasten die auf das Gerät übertragenen Kräfte die Vorderachse und erschweren die Spurführung.

Oft lassen sich die Frontgeräte höher verbolzen, um die Unterlenker zumindest in eine annähernd waagerechte oder leicht ansteigende Position zum Gerät zu bringen. Ist das nicht möglich, kann man mit einer relativ einfachen (und preiswerten) Kons- truktion zwar die Vorbaulänge um ca. 100 mm verlängern, gleichzeitig aber den Anbaupunkt erhöhen. Oft reicht die damit deutlich verbesserte Traktion der Vorderachse aus, um das Lenkverhalten zu optimieren.

Genau wie im Heck erleichtert ein vom Schlepper zum Gerät ansteigender Oberlenker das Ausweichen der Maschine und das Lenken.

Hintergrund – Besonderheiten beim Einsatz von Lenksystemen

Beim Einsatz von Lenksystemen ist die richtige Nutzung der Unterlenkerstabilisatoren besonders bedeutend. Dazu müssen jedoch einige Voraussetzungen (herstellerabhängig) erfüllt sein:

■ Eingabe Abstand Hinterachse (HA) zum Empfänger

■ Abstand HA zum Unterlenkerkoppelpunkt

■ Höhe des Empfängers

■ exakte Gerätegeometrie

■ Aufstandspunkt, zum Beispiel bei einer Drillkombination die Walze

■ Applikationspunkt, zum Beispiel bei der Drillkombination die Mitte der Säschar-Reihen.

Durch den integrierten Neigungsausgleich berechnen die Lenksysteme die Abdrift von Schlepper und Maschine im Seitenhang und lenken dementsprechend gegen.

Durch die Schrägstellung sowohl der Maschine im Seitenhang als auch des Schleppers (gegen die Abdrift) können die „Anschlussreihen“ im starken Seitenhang nicht mehr dem Optimalabstand entsprechen, da die Lenksysteme Spurlinien immer auf die Ebene projizieren.

In der Praxis wirkt sich diese Abdrift bei den folgenden Arbeitsgängen (insbesondere Pflanzenschutzgeräten, Düngerstreuern) nicht sichtbar aus!

Man sollte die Linien nicht verschieben, da mit der Verschiebung nur die „eine“ Linie und damit auch der Abstand verschoben ist. Will man den Abstand nun konstant halten, entsteht eine wellige Linie anstatt einer Geraden.

Übrigens kann es passieren, dass im Seitenhang das Frongerät 10 bis 20 cm auf dem bereits bearbeiteten Bereich läuft. Diese „Freiheit“ sollte man dem Schlepper und Lenksystem zugestehen, um den Verschleiß gering zu halten.

Die Längen und Kräfte lassen sich schlecht beeinflussen, da die Maschinen meist vorhanden sind. Die Geometrie des Anbaus lässt sich jedoch beeinflussen. Unter Umständen kann eine Werkstattlösung, wie in der Skizze dargestellt, zwar die Vorbaulänge vergrößern, dennoch die Lenkfähigkeit verbessern

Jeder beschriebene Punkt für sich bringt eine kleine Veränderung, die richtige Kombination optimiert das Arbeitsergebnis und damit den Kraftstoffverbrauch.

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