Agrotech Valley Forum:

Das Netzwerk wird dichter und digitaler

Bundesweit bedeutendes Netzwerk der Agrarsystemtechnik – Dr. Henning Müller neuer Vorsitzender

Agrotech Valley Forum: Das Netzwerk wird dichter und digitaler

Feldrobotik symbolisiert den digitalen Wandel: Im Agrotech Valley Forum wird in Zusammenarbeit von Wissenschaft und Wirtschaft herstellerübergreifend an den zentralen Fragen zur Digitalisierung der Landwirtschaft gearbeitet.

Der digitale Wandel erfasst zunehmend die Landwirtschaft. Mit Blick auf den Klimawandel, das Wachstum der Weltbevölkerung und den sich immer stärker bemerkbarmachenden Mangel an Fachkräften gelten der Einsatz digitaler Technologien und die Nutzung künstlicher Intelligenz als bedeutende Bausteine auf dem Weg hin zu einer zukunftsfähigen und nachhaltigeren Landwirtschaft.

Die sich daraus ergebenden Potenziale zu heben und die Herausforderungen herstellerübergreifend und im Schulterschluss von Wirtschaft und Wissenschaft gemeinsam anzugehen, sind zentrale Ziele des Agrotech Valley Forum e.V. (AVF). Seit Juli 2019 arbeiten Landtechnikunternehmen in diesem Netzwerk der Agrarsystemtechnik mit der Hochschule und der Universität Osnabrück sowie dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) zusammen. Der Aufbau und die Entwicklung des AVF wurden dabei von der Metropolregion Nordwest gefördert und von Beginn an eng durch den Landkreis Osnabrück und dessen Wirtschaftsförderungsgesellschaft WIGOS begleitet. Im Zuge der Mitgliederversammlung, die am 4. Oktober im Osnabrücker Kreishaus stattfand, freuten sich die Akteure des Netzwerkes darüber, dass auch die Handwerkskammer Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim (HWK) sowie die Landkreise Cloppenburg und Vechta nun eine Mitgliedschaft anstreben.

„Der Beitritt der Handwerkskammer und weiterer Landkreise zeigt, dass der regionale Schulterschluss zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Verwaltung gelungen ist. Im Agrotech Valley Forum können wir die Herausforderungen der Branche übergreifend angehen und gemeinsam daran arbeiten, unseren Wirtschaftsraum zu einem globalen Inkubator für eine nachhaltige Lebensmittelproduktion auf Basis digitaler Technologien zu machen“, begrüßte Dr. Josef Horstmann, der bisherige Vorsitzende des AVF, die Beitrittsgesuche. Neben dem Vechtaer Landrat Herbert Winkel, dem Cloppenburger Bau- und Umweltdezernenten Ansgar Meyer und Reinhard Diestelkämper, dem Leiter des Bildungs- und Technologiezentrums der HWK, konnten auch Vertreter der Unternehmen Agvolution (Göttingen), Boge Rubber & Plastics (Damme), Harting Technologiegruppe (Espelkamp) und Slash/Why (Osnabrück) als Neumitglieder des AVF begrüßt werden. Somit zählt der vor zwei Jahren mit zehn Gründungsmitgliedern gestartete Verein inzwischen 34 Mitgliedsunternehmen. Diese arbeiten gemeinsam mit Forschungspartnern aus der Wissenschaft insbesondere an Projekten in den Bereichen Digitale Transformation im landwirtschaftlichen Pflanzenbau, Künstliche Intelligenz und Antriebstechnik.

26 Millionen Euro Projektmittel

Für die Forschungsprojekte, die stets den Praxistransfer und eine enge Kooperation zwischen Wissenschaft und Wirtschaft in den Mittelpunkt stellen, konnten unter Mitwirkung des AVF in den vergangenen Monaten Projektmittel in Höhe von rund 26 Mio. Euro akquiriert werden. Nach der erfolgreichen Gründungsphase des AVF erfolgte im Rahmen der Mitgliederversammlung die Staffelübergabe im Vorsitz. So wurde der bisherige 2. Vorsitzende, Dr. Henning Müller, zum neuen Vorsitzenden gewählt. Dieser dankte Josef Horstmann für seine besonderen Verdienste als Gründungsvorsitzender und zeigte sich davon überzeugt, dass der AVF seine Erfolgsgeschichte fortschreiben wird. „Mit unserer mittelstandsgeprägten Wirtschaftsstruktur und den vielen global erfolgreichen Familienunternehmen, von der Landwirtschaft bis zur Lebensmittelverarbeitung, können wir die digitale Transformation der Agrar- und Ernährungswirtschaft aus dem Nordwesten heraus nachhaltig mitgestalten“, betont der neue Vorsitzende die Chancen, die sich aus der Zusammenarbeit der unterschiedlichen Partner im Agrotech Valley Forum ergeben.

Zum Abschluss der Mitgliederversammlung wurde Olaf Lies, der niedersächsische Minister für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz per Videokonferenz zugeschaltet. In seinem Vortrag zum Thema „Herausforderungen für die niedersächsische Landtechnikbranche im Spannungsfeld zwischen Nachhaltigkeit und Innovationsdruck“ ging er auf viele der zentralen Fragestellungen ein, die auch die Akteure des AVF beschäftigen. Müller und Lies vereinbarten einen Ministerbesuch in der Region, bei welchem im nächsten Frühjahr vor Ort die Arbeit des AVF präsentiert werden soll.

Das Agrotech Valley Forum: Personen und Mitglieder

Neuer Vorsitzender – Neue Mitglieder im Interessenverbund aktiv

Seit dem 4. Oktober ist Dr. Henning Müller Vorsitzender des Agrotech Valley Forum e.V. Der 42-jährige studierte Physiker promovierte 2007 am Institut für Strukturforschung und Planung in agrarischen Intensivgebieten (ISPA) der Universität Vechta und absolvierte als Innovationsberater und Projektmanager im Forschungs- und Technologietransfer erste berufliche Stationen an der Schnittstelle zwischen Wirtschaft und Wissenschaft. Seit 2016 ist Müller als technischer Leiter und Prokurist für die Firma Josef Kotte Landtechnik GmbH & Co. KG in Rieste tätig.

Mit seiner Familie lebt der gelernte Landwirt, der auch Vorsitzender des Arbeitskreises Landwirtschaft beim Digitalverband bitkom e.V. und Mitglied in einem Expertenbeirat zur Digitalisierung beim niedersächsischen Landwirtschaftsministerium ist, auf einem landwirtschaftlichen Betrieb in der Nähe von Löningen.

Agrotech Valley Forum: Das Netzwerk wird dichter und digitaler

Der neue Vorstand des AVF: Sebastian Hassig (Krone), Dr. Henning Müller (Kotte), Prof. Joachim Hertzberg (Universität Osnabrück), Dr. Rainer Resch (Amazone) und Siegfried Averhage (Landkreis Osnabrück) (v. l.).

Neumitglieder

Neben den Landkreisen Cloppenburg und Vechta sowie der Handwerkskammer Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim sind mehrere Unternehmen dem Agrotech Valley Forum neu beigetreten:

Agvolution GmbH

Agvolution bietet mit der Farmalyzer Umweltintelligenz auf Basis energieautarker Funksensoren klima-intelligente Entscheidungshilfen für Land-, Forst- und Gartenbauwirtschaft sowie öffentliche und private Grünanlagen an. Die Agvolution ist dadurch eine Notwendigkeit, um unsere Gärten, Felder und Bäume in Zeiten zunehmender klimatischer Risiken am Leben halten zu können.
www.agvolution.com

Harting Technologiegruppe

Die Harting Technologiegruppe mit Stammsitz in Espelkamp im Kreis Minden-Lübbecke ist ein weltweit führender Anbieter von industrieller Verbindungstechnik für die drei Lebensadern „Power“, „Signal“ und „Data“. Darüber hinaus stellt das Unternehmen mit 14 Produktionsstätten und Niederlassungen in 44 Ländern auch Kassenzonen für den Einzelhandel, elektromagnetische Aktuatoren für den automotiven und industriellen Serieneinsatz, Ladeequipment für Elektrofahrzeuge sowie Hard- und Software für Kunden und Anwendungen unter anderem in der Automatisierungstechnik, im Maschinen- und Anlagenbau, in der Robotik und im Bereich Transportation her.
www.harting.com

BOGE Rubber & Plastics Group

Die Boge Rubber & Plastics Group ist ein weltweit führendes Unternehmen im Bereich der Gummi-Metall- und Kunststofftechnik. Die Gruppe entwickelt und fertigt für die Automobilindustrie Produkte zur Schwingungsdämpfung, Lagerung von Fahrwerk und Antriebsstrang sowie Leichtbaumodule aus Kunststoff. Auch außerhalb der Automobilbranche, beispielsweise in der Agrarindustrie, Bahnindustrie oder in der Schifffahrt, kommen die Technologien zum Einsatz. An weltweit elf Standorten in Brasilien, China, Deutschland, Frankreich, Mexiko, Slowakei und den USA erwirtschaften rund 4.000 Mitarbeiter einen konsolidierten Jahresumsatz von rund 671 Mio. Euro (Geschäftsjahr 2020).
www.boge-rubber-plastics.com.

Slashwhy GmbH & Co. KG

Die Slashwhy GmbH & Co. KG ist der neue Partner im Bereich der Individualentwicklung von nutzerzentrierten Software-Anwendungen. Das Leistungsspektrum reicht von Anwendungen für die Integration neuer Hardware über die Vernetzung von Maschinen bis hin zur Interaktion von Mensch und Maschine. Auf Basis agiler Methoden beraten und begleiten die Experten von Slashwhy Unternehmen konzeptionell bereits in frühen Phasen der Entwicklung digitaler Produkte und Geschäftsmodelle bis hin zur Realisierung und Weiterentwicklung maßgeschneiderter Lösungen. Das Portfolio umfasst dabei die Entwicklung von Applikationssoftware für Mobile, Web und Desktop, Embedded Software und Lösungen in den Bereichen IoT, Cloud, Machine Learning sowie UI/UX Design. Dank interdisziplinärer Projekt-Teams ermöglicht Slashwhy Unternehmen den Zugang zu neuesten IT-Technologien und -Methoden. Zu den Kunden von Slashwhy gehören namhafte Unternehmen aus der Automobilindustrie, der Energiebranche und der Luft- und Raumfahrtindustrie sowie aus den Bereichen Consumer Electronics und Agritech. Derzeit beschäftigt das Unternehmen an den Standorten Osnabrück und Hamburg 184 Mitarbeitende.
www.slashwhy.de

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