Um die hiesige Agroforstwirtschaft zu stärken, soll ein bundesweites Netzwerk aus Demonstrationsflächen und Modellvorhaben etabliert werden. Wie die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) meldet, sind dazu auf Initiative des Landwirtschaftsministeriums (BMEL) vier Verbundvorhaben gestartet worden. Insgesamt umfassen die geplanten Agroforstflächen rund 500 Hektar, die zum Teil bereits bestehen und teils neu angelegt werden.
Koordiniert wird das Netzwerk vom Deutschen Fachverband für Agroforstwirtschaft (DeFAF) im Rahmen des Verbundvorhabens MODEMA. Außerdem soll das MODEMA-Team alle Verbundvorhaben miteinander vernetzen und deren Ergebnisse kommunizieren. Zusätzlich hat es sich MODEMA zur Aufgabe gemacht, die drei Modellregionen Nord-West, Ost und Süd aus neu angelegten und bestehenden Agroforstsystemen aufzubauen. Neun Partner aus dem MODEMA-Verbund führen auf den Flächen eine wissenschaftliche Begleitforschung zu Fragen des Pflanzenbaus, der Ökologie und Ökonomie durch.
Tragfähiges Geschäftsmodell?
Ziel von DigAForst, einem weiteren Verbundvorhaben, ist der FNR zufolge die Anlage von zwei Agroforstsystemen in der Agrarintensivregion in Nordwestniedersachsen und deren dreidimensionale Kartierung und Bewertung durch KI-gestützte Robotertechnik. Geplant ist, mithilfe eines autonom navigierenden Roboters einen digitalen Zwilling der Agroforstsysteme zu erstellen, um wirtschaftlich interessante Parameter abzuleiten. Daneben stehen auch Untersuchungen zu Verwertungsmöglichkeiten für die angebauten Gehölze auf der Agenda. Schließlich soll das Projekt aufzeigen, ob Agroforstsysteme ein nachhaltiges und wirtschaftlich tragfähiges Geschäftsmodell für landwirtschaftliche Betriebe darstellen.
Ein weiteres Verbundvorhaben, in dem zur Agroforstwirtschaft gearbeitet wird, ist PappelWERT. Sein Ziel ist es, sechs Agroforstsysteme mit Pappeln in der Modellregion „Norddeutschland“ auf Acker- und Grünland aufzubauen und die wirtschaftlich optimalen Maßnahmen zur Bewirtschaftung zu definieren. Zusätzlich sollen in Kooperation mit Unternehmen der regionalen Holzindustrie Wertschöpfungsketten erprobt werden. Im Fokus der Modell- und Demonstrationsstandorte des Verbundvorhabens AGROfloW stehen laut Fachagentur die Dürreprävention und der Niederschlagserosionsschutz. Außerdem geht es um die Etablierung von Partnerschaften zwischen Landwirten und Kommunen.










