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agrirouter connect 2018 :

Daten herstellerübergreifend austauschen

agrirouter connect 2018: Daten herstellerübergreifend austauschen

Traktoren und Landmaschinen der agrirouter-Mitglieder.

Dass Vielfalt bei Agrarmaschinen und Software ohne Schnittstellen-Probleme funktionieren kann, zeigte sich bei der agrirouter Praxis-Demo durch Traktor-Geräte-Kombinationen oder Selbstfahrer verschiedener Landtechnik-Hersteller im Oktober bei Hamburg. Hinzu kamen viele App-Anbieter, die die Möglichkeit zur Anbindung an den agrirouter in ihre Agrar-Software ergänzt haben. Damit ermöglicht der agrirouter Landwirten und Lohnunternehmern den Austausch von Daten zwischen Maschinen- und Agrarsoftware-Anwendungen sowie weiterer Hardware unterschiedlicher Hersteller. Das war für Betriebe mit gemischtem Maschinenpark bisher schwer umsetzbar. „Derzeit sind elf große Landtechnikhersteller mit vielen bekannten Marken am agrirouter Konsortium beteiligt und die Zahl der App-Anbieter wächst kontinuierlich. In wenigen Jahren wird der vom Landwirt und Lohnunternehmer gesteuerte und kontrollierte, herstellerunabhängige Datenaustausch Teil des landwirtschaftlichen Alltags sein. Der offizielle Marktstart für den agrirouter erfolgt im Februar 2019“, so Dr. Jens Möller, Geschäftsführer der DKE-Data.

Nach Vorstellung des agrirouter Produktkonzepts auf der Agritechnica 2017 ist die Entwicklung einschließlich ausführlicher Tests seit Mitte September 2018 abgeschlossen. Der agrirouter ist nun mit Bedienoberflächen in Deutsch, Englisch und Französisch verfügbar.

Alle Maschinenhersteller, die als Gesellschafter zum agrirouter Konsortium zählen, haben die Anbindung ihrer Maschinen an die agrirouter Schnittstelle fertig entwickelt. Erste Agrarsoftwarehersteller und Produzenten von Kommunikationshardware konnten ihre Schnittstellenentwicklung zum agrirouter ebenfalls abschließen und damit Konnektivität herstellen.

Auf der agrirouter connect 2018 in Kiekeberg zeigten 15 Hard- und Software Anbieter ihre angebundenen Lösungen und Funktionalitäten. Es wurden verschiedene Varianten zur Anbindung von Maschinen, Anbaugeräten und Software Lösungen an den agrirouter live vorgeführt.

Sieben Traktor-Geräte-Kombinationen und zwei Selbstfahrer führten ihren Datenaustausch mit dem agrirouter live vor.

Anbieter präsentierten auch Nachrüstlösungen für Marktmaschinen, so dass auch ältere Maschinen angebunden werden können.

Der neue agrirouter soll den Datenaustausch vereinfachen und damit betriebliche Abläufe und den Verwaltungsaufwand reduzieren. Der Login erfolgt ab Februar 2019 über die Website: my-agrirouter.com

Bisher läuft die Kommunikation von Daten zwischen Marktteilnehmern und Landwirt meist direkt.

Bisher läuft die Kommunikation von Daten zwischen Marktteilnehmern und Landwirt meist direkt.

„my-agrirouter“ ist die Lösung eines Kernproblems

Der Nutzer stellt im Kontrollzentrum auf dem agriouter Launchpad seinen persönlichen agrirouter zusammen und legt mit Regeln (sog. Routen) fest, wer mit wem welche Daten in welchem Umfang austauscht. Nur der agrirouter Nutzer selbst bestimmt, was mit seinen Daten geschieht. Zudem besteht die Möglichkeit, zwei agrirouter, zum Beispiel zwischen Landwirt und Lohnunternehmer, für gezielten Datenaustausch und Prozessoptimierung zeitweise oder dauerhaft miteinander zu verbinden.

Im täglichen Arbeitsablauf lassen sich viele Transfers automatisieren. Einmal vorgenommene und jederzeit änderbare Einstellungen vereinfachen die Handhabung. Der gesamte Datentransfer erfolgt entsprechend den aktuellen Datenschutzrichtlinien sicher über schnelle Netzwerke. Der agrirouter transportiert nur die Daten, er speichert sie nicht dauerhaft.

Eine Nutzung des agrirouters kann über jedes internetfähige Gerät erfolgen. Die Anbindung der eigenen Maschinen an den agrirouter erfolgt über Telemetrie-Boxen (Kommunikationseinheiten), die auch als Nachrüstlösung für Bestandmaschinen verfügbar sind. Sowohl die verfügbaren Telemetrie-Boxen als auch die nutzbaren Agrarsoftware-Anwendungen sind im öffentlich einsehbaren Marketplace unter my-agrirouter.com gelistet.

Der agrirouter transportiert die Daten. So kann der Landwirt den Datenaustausch steuern.

Der agrirouter transportiert die Daten. So kann der Landwirt den Datenaustausch steuern.

Einstieg kostenfrei – geringe Nutzungsgebühren

Die Nutzungsgebühren für den Datentransport via agrirouter sind gering, da die DKE-Data GmbH & Co. KG als Non-Profit Unternehmen arbeitet. Im agrirouter Geschäftsmodell wird den App-Anbietern das transportierte und empfangene Datenvolumen in Rechnung gestellt. Hinzu kommen Mobilfunkgebühren für den Transfer der Daten zwischen Maschine und agrirouter.

Getragen wird der Ansatz von einem für weitere Mitglieder offenen Konsortium namhafter Agrartechnik-Hersteller. Sie bevorzugen den herstellerunabhängigen und damit diskriminierungsfreien Datenaustausch. Derzeit zählen die Firmen Agco, Amazone, Exel-Industries, Grimme, Horsch, Krone, Kuhn, Lemken, Pöttinger, Rauch, SDF (in alphabetischer Reihenfolge) dazu. Unabhängig von der Unternehmensgröße hat jedes Mitglied im Konsortium eine Stimme. Bisher wurden 5 Mio. Euro in das Projekt investiert.

Software-Lieferant des agrirouters ist SAP. Das weltweit operierende Unternehmen garantiert den sicheren Betrieb und die internationale Nutzung. Der offene Ansatz ermöglichte weiteren Marktteilnehmern (z.B. Herstellern von Betriebsmitteln, Agrarhandel etc.), ihre digitalen Produkte zur Optimierung der landwirtschaftlichen Produktionsprozesse im Marketplace zur Verfügung zu stellen.

Die eigenen Maschinen sind über Telemetrieboxen angebunden und lassen sich mit Agrarsoftware-Anwendungen kombinieren.

Die eigenen Maschinen sind über Telemetrieboxen angebunden und lassen sich mit Agrarsoftware-Anwendungen kombinieren.


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