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Agricarb :

Das Leben der Scharspitze verlängern

Längere Standzeiten, Erhalt der Teilegeometrie und Ausdehnung der Wechselintervalle nennt die Firma Agricarb als Vorteile der Auf panzerung von Verschleißteilen mit Wolframcarbidplättchen. Der eilbote hat sich vor Ort informiert, wie das Verfahren funktio

Hier bitte nicht fotografieren," so die Bitte von Lionel Curtat beim Rundgang durch das Werk. Wir passieren gerade die Stationen, wo Stahlteile, wie Pflugspitzen und Eggenzinken mit zentimetergroßen grauen Metallplättchen "verbacken" werden. In genau diesem Fertigungsprozess steckt jahrelanges Know-how und eine Alleinstellung des Unternehmen Agricarb. Daher ist der Wunsch von Monsieur Curtat verständlich. Der 30-Jährige ist Produktionsleiter der in Mezieu bei Lyon ansässigen Firma Agricarb. Agricarb ist spezialisiert auf die Lötung von Hartmetallplättchen für alle landwirtschaftlichen Bodenbearbeitungsgeräte. Die Firma, die im Jahre 1985 gegründet wurde, beschäftigt 26 Personen und hat einen jährlichen Umsatz von 7,5 Mio. Euro.

 

Fast so hart wie ein Diamant

"Das ist fast so hart wie ein Diamant", Lionel Curtat zeigt auf eine 3 x 3 cm große graue, ca. 4 mm starke Scharspitze, die ansonsten nicht weiter spektakulär aussieht.

Ihre physikalischen Eigenschaften sind es aber schon. Sie besteht aus Wolframcarbid, einem Material, das Ihnen vielleicht auch vom Videa-Bohrer her geläufig ist. Dieses Hartmetall ist das Ergebnis eines langen Verarbeitungsprozesses, der mit dem Wolfram-Erz startet. Das Pulver wird gepresst und danach gebrannt. Dann bekommen die Plättchen ihre besonderen Eigenschaften. Das ist aber nur ein Teil des Agricarb Knowhows. Der zweite Teil besteht darin, eine dauerhafte Verbindung zwischen Hartmetallplättchen und dem "normalen Stahl" des Verschleißteils zu schaffen. "Wir sind die einzigen, die dem Anwender die Garantie darauf geben, dass diese Verbindung von Dauer ist," betont Lionel Curtat.

In langen Hochregalen lagern hunderte verschiedene Verschleißteile von Bodenbearbeitungsgeräten, die zu den Geräten verschiedener Hersteller passen. Rund 70 Prozent dieser konventionellen Stahlteile werden in Meyzieu mit Unterstützung moderner CNC-Technik selbst gefertigt, 30 Prozent kommen von den Bodenbearbeitungsherstellem. An den Hauptverschleißzonen der Zinken oder Scharen wird etwas Material abgefräst und durch das Verschmelzen mit den Hartmetallplättchen wieder auf die ursprüngliche Materialstärke gebracht. Als weitere Variante bietet Agricarb zusätzlich zur Hartmetallbeschichtung mit Plättchen auch die Härtung der restlichen Verschleißzone, beispielsweise der Vorderseite eines Zinkens, an.

Arbeitsqualität der Werkzeuge erhalten

"Unsere Produkte erfahren durch den Strukturwandel in der Landwirtschaft weiteren Aufschwung," erklärt Agricarb-Vertriebsleiter Jean-Paul Fuseau. Von Agricarb veredelte Teile kosten rund 2,5 bis dreimal mehr als das Originalteil des Herstellers. Dieser Mehrpreis lohne sich aber, durch eine, je nach Einsatzzweck, mindestens vierbis zu zehnfach längere Standzeit, rechnet er vor. Außerdem behalte ein Agricarb-Teil länger seine vom Konstrukteur optimierte Geometrie, d.h. die Arbeitsqualität und auch Leichtzügigkeit bleibe länger erhalten. Hinzu kommt, dass die erhöhten Standzeiten auch die Wechselintervalle erweitern und damit teure Arbeitszeit einsparen. "Die professionellen Landwirte setzen heute teure Geräte ein - die müssen laufen und optimale Arbeit verrichten. Die Investition in Agricarbteile lohnt sich für sie allemal," betont Pascal Vannier, als Agricarb-Exportleiter auch für den deutschen und österreichischen Markt zuständig, "Jedes Jahr zwei Seiten mehr", so Vannier und deutet dabei auf den Katalog seiner Firma. Das Produktprogramm wird kontinuierlich ausgebaut ? auch fur einen Fortschritt-Pflug kann man in Meyzieu "harte Teile" kaufen. Auf Wunsch werden nach Einsendung eines Musters auch Teile für Exoten oder ältere Geräte komplett gefertigt oder mit Wolframcarbid veredelt. Pascal Vannier spricht fließend deutsch. Im Innendienst wird er von Aline Lonjarret unterstützt, die ebenfalls gut deutsch spricht und Händlern bei Anfragen weiterhilft. Noch beträgt der Exportanteil zehn Prozent vom Umsatz. Vannier, der langjährige Erfahrungen im Landmaschinenvertrieb besitzt, will hier aber mehr erreichen. Mit zahlreichen Händler und Herstellern arbeitet Vannier in Deutschland zusammen. "Das Interesse seitens der Landwirte wird zunehmend größer-gerade bei großem Verschleiß auf sandigen oder steinigen Böden können Händler hier ihren Kunden echte Problemlösungen bieten," ist Vannier überzeugt.


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