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Agria :

Einachser-Spezialist feiert 60-jähriges Jubiläum

Der Fachhandel bleibt der entscheidende Vertriebsweg – Die letzten 15 Jahre entscheidend für den heutigen Erfolg

Agria: Einachser-Spezialist feiert 60-jähriges Jubiläum

Die Agria-Werke GmbH mit Sitz im Württembergischen Möckmühl feiert in diesem Jahr das 60 jährige Firmenjubiläum. Agria ist heute einer der führenden europäischen Spezialisten für motorisierte einachsige Maschinen und Systeme für die Boden- und Grünflächenbearbeitung sowie die Grundstücks- und Wegepflege.

Das von Otto Göhler und Erwin Mächtel gegründete Unternehmen stellte unmittelbar nach dem Krieg zunächst einfache Gebrauchsartikel wie Tabakspfeifen, Mohnmühlen oder Spielzeugautos für die Landbevölkerung her. Im Jahr 1947 legten sie mit der ersten leichten handgeführten motorisierten Bodenfräse unter dem Namen Agria den Grundstein für das agria-typische Produktprogramm.

Aus Anlass des 60jährigen Bestehens des Unternehmens hat die Geschäftsführung in diesem Jahr mit allen Mitarbeitern, den ehemaligen Mitarbeitern und den wichtigen Handelspartner, dem qualifizierten Fachhandel, gefeiert und das Unternehmen präsentiert.

Wie der geschäftsführende Gesellschafter Siegfried Arndt auf einer Pressekonferenz hervorhob, ist das Unternehmen nach Jahren der Umstrukturierung jetzt auf einem „guten Weg“ und wächst kontinuierlich. Arndt:„Wir haben in den vergangenen 15 Jahren die alte Agria quasi rückgebaut und ein neues Unternehmen aufgebaut. Ohne diese entscheidenden Einschnitte besonders in der Produktion würde Agria nicht mehr existieren.“

Heute ist die Agria-Werke GmbH vor allem für die Produktentwicklung, die Endmontage und den europaweiten Vertrieb ihrer Geräte verantwortlich. Die Produktkomponenten lässt das Unternehmen von qualifizierten deutschen und europäischen Partnern fertigen. Die Motoren liefern die amerikanischen und japanischen Hersteller Briggs & Stratton, Yanmar, Subaru und Honda. Im Geschäftsjahr 2006/2007, das am 31. August endete, beschäftigte die Agria-Werke GmbH 67 Mitarbeiter und erzielte im In- und Ausland einen Umsatz von 16,2 Millionen Euro; im Jahr zuvor waren es 15,6 Millionen Euro. Dabei wurden rund 40 Prozent des Umsatzes im Ausland und 60 Prozent im Inland erwirtschaftet. Den größten Umsatz tätigt das Unternehmen mit Einachsgeräten, die es mit unterschiedlicher Motorenausstattung gibt. Noch sind es vor allem Geräte mit Dieselmotoren, die im Profibereich besonders nachgefragt werden, aber Arndt sieht bei bestimmten Anwendungen durchaus auch einen Trend hin zu elektrogetriebenen Maschinen. Denn neben dem stufenlosen Vor- und Rückwärtsfahren gibt es weitere Vorteile: die Geräte arbeiten ohne Abgase, was angesichts der Emissionsvorschriften bedeutsamer werden wird. Zudem sind sie viel leiser, so dass Ruhezeiten weniger zu berücksichtigen sind. Aber auch Biosprit oder Hybridtechnik kann sich Agria als Energiequelle für seine Geräte vorstellen.

Agria setzt auf die europäischen und russischen Märkte

Siegfried Arndt geht davon aus, dass in Zukunft die ausländischen Märkte stärker zulegen werden als der deutsche Markt. In Deutschland ist das Geschäft mit den Kommunen rückläufig, bei den Garten- und Landschaftsbauern ist der Absatz stabil und bei Vermietern und Dienstleistern im Bereich der Grundstückspflege nimmt er zu. Allerdings können hier Witterungseinflüsse wie Schnee, Regen, Sonne den Absatz forcieren oder bremsen. Um den nationalen Markt weiterhin erfolgreich bedienen zu können, setzt Agria auf die Zusammenarbeit mit dem qualifizierten Fachhandel, die künftig noch vertieft werden soll. Neben den attraktiven, an den Kundenbedürfnissen orientierten Geräten, unterstützt Agria seine Händler heute schon bei der Akquisition, Beratung und bei Finanzierungsfragen sowie durch regelmäßige Schulungen zu Kundendienstfragen und zum Abverkauf. Ganz wichtig sei auch, so Arndt, der Ersatzteilservice, der garantiere, dass innerhalb von 24 Stunden das Ersatzteil beim Kunden sei. Rund 14.000 Artikel umfasse das Ersatzteillager, in dem auch noch Teile für über 20 Jahre alte Geräte verfügbar seien.

Die Marktchancen im Ausland schätzt Agria-Geschäftsführer Arndt positiv ein. Es gebe noch „weiße Flecken“ in Europa, in denen Agria bis jetzt nicht vertreten sei. Derzeit vertreibt das Unternehmen seine wendigen Motorgeräte für die Grünflächen- und Bodenbearbeitung sowie die Grundstücks- und Wegepflege über eigene Außendienstmitarbeiter in den Ländern Benelux, Frankreich, Großbritannien, Irland und Russland und über Importeure in Österreich, Schweiz, Italien, Dänemark, Norwegen, Schweden, Tschechien und der Slowakei.

Viel investiert hat das Unternehmen in den vergangenen Jahren in die Entwicklungsabteilung, in der im engen Kontakt mit den Kunden neue Geräte konzipiert und getestet werden, bevor sie dann in Serie produziert werden. Neun Mitarbeiter nehmen mit offenen Augen und Ohren die Anliegen der Kunden auf und optimieren kontinuierlich die Agria-Geräte.

Gemeinsam schwierige Jahre gemeistert

Eggebrecht Viering, langjähriger geschäftsführender Gesellschafter, gab einen Rückblick auf sechs Jahrzehnte Agria – mit guten und schlechten Zeiten. Die offizielle Gründung des Unternehmens erfolgte im August 1947 als „Maschinenfabrik Möckmühl GmbH“. Die Marke Agria wurde gleichzeitig mit einem eingängigen Logo eingeführt, so dass Agria schon bald ein Synonym für Einachs-Geräte wurde. „Eine stürmische Aufbauphase begann“, so beschreibt Viering die Anfänge des Unternehmens. Es wurde ein starkes Vertriebssystem aufgebaut mit Generalvertretungen in Deutschland, Generalimporteuren im europäischen Ausland und eigenen Verkaufsgesellschaften. Neue Produktionsstätten wurden im Jagsttal und im Ausland errichtet, das Produktsortiment ausgeweitet. Es wurde in mehr als 30 Länder exportiert. Mitte der siebziger Jahre traf auch Agria die Rezession. Die Zahl der Beschäftigten musste an die neue Situation angepasst werden und produziert wurde nur noch in Möckmühl. Die Situation für das Unternehmen, das seit den 80iger Jahren auch Großflächenmäher herstellte, verschärfte sich, als die beiden größten Hersteller von Traktoren verstärkt auf den Markt drängten, in dem Agria tätig war. Und sie taten dies mit einer Entwicklungsgeschwindigkeit und einer Finanzkraft, die Agria als mittelständischem Unternehmen fehlte.

Das Unternehmen stand vor einer großen Belastungsprobe: Die Produkt- und Lieferanforderungen der Kunden hatten sich geändert, die Agria-Absatzwege waren zu lang, aus nationalen wurden internationale und globale Märkte. Amerikanische und japanische Hersteller drängten auf die europäischen Märkte. Es folgte ein mehrjähriger Restrukturierungsprozess, in dem sich Agria auf seine Kernkompetenz konzentrierte, der Herstellung von handgeführten und motorgetriebenen Geräten. Aus einem Hersteller mit extrem hoher Fertigungstiefe wurde ein Unternehmen, das sich auf Konstruktion, Montage und Vertrieb spezialisierte. Das damals bestehende Unternehmen, betont Viering rückblickend, wurde nahezu vollständig zurückgebaut und gleichzeitig eine neue Firmengruppe aufgebaut, die heute, nach zehn harten Jahren, solide finanziert ist, eine Eigenkapitalquote von über 50 Prozent hat und zuversichtlich in die Zukunft schaut. Auch die Nachfolgeregelung hat stattgefunden. Siegfried Arndt ist seit einem Jahr Mitgesellschafter.


Agria
Herstellerdaten Agria
Website: www.agria.de

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