Magazin Landwirtschaft

Agrarpolitik :

28 Euro pro Hektar für die Verwaltung

Deutsche Landwirte haben die höchsten Verwaltungskosten

Die deutschen Landwirte müssen sich im Vergleich zu ihren Kollegen aus anderen EU-Mitgliedstaaten mit einem besonders hohen Verwaltungsaufwand herumschlagen. Das geht aus einer in der vergangenen Woche veröffentlichten Studie hervor, die das internationale Beratungsunternehmen Ramboll Management im Auftrag der Europäischen Kommission erstellt hat. Danach entstehen den deutschen Bauern bei der Umsetzung der Gemeinsamen Agrarpolitik gegenüber den Landwirten aus Frankreich, Italien, Irland und Dänemark die mit Abstand größten Verwaltungskosten. Das gilt sowohl pro Person als auch pro Hektar sowie gemessen an der Summe der erhaltenen EU-Beihilfen.

Während die italienischen und die irischen Landwirte im Durchschnitt nur 107 Euro beziehungsweise 294 Euro an Verwaltungskosten pro Jahr zu schultern haben, fallen in Deutschland je Landwirt 1298 Euro an. Pro Hektar beziffert Ramboll Management den Bürokratieaufwand in Irland und Dänemark auf 9 Euro beziehungsweise 12 Euro, in der Bundesrepublik aber auf 28 Euro. Gemessen am Fördervolumen macht der Verwaltungsaufwand in Irland und in Dänemark 3,0 Prozent beziehungsweise 3,4 Prozent aus, in Deutschland hingegen 9,3 Prozent. Ganz besonders schwer tragen die deutschen Landwirte an der Umsetzung der Betriebsprämienregelung, auf die in der Bundesrepublik allein mehr als 98 Prozent des gesamten Bürokratieaufwands entfällt. Die umstrittene Cross-Compliance-Regelung macht Ramboll Management hingegen nur für 0,5 Prozent der in Deutschland anfallenden Verwaltungskosten verantwortlich.


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