Magazin GPS- und Managementsysteme

Agra-GPS :

Ein einziges GPS-System für Traktoren und Selbstfahrer vieler Fabrikate

Bereits 300 Systeme laufen in Europa – Die Maschinen von zwölf verschiedenen Fabrikaten lassen sich mit dem John Deere StarFire über die Agra-GPS Bridge steuern.

Agra-GPS: Ein einziges GPS-System für Traktoren und Selbstfahrer vieler Fabrikate

Da stutzt der Fachmann: Das StarFire von John Deere steuert den 1000er Fendt.


Diese vier Teile werden gebraucht: John Deere Terminal, StarFire Empfänger, die Bridge-Box sowie das passende Adapterkabel für den zu steuernden Traktor bzw. die Maschine.

Diese vier Teile werden gebraucht: John Deere Terminal, StarFire Empfänger, die Bridge-Box sowie das passende Adapterkabel für den zu steuernden Traktor bzw. die Maschine.

Spurlenksysteme sind in der landwirtschaftlichen Praxis nichts Besonderes mehr. Im praktischen Einsatz ist nicht nur die Genauigkeit der Steuerung wichtig, sondern auch die Verfügbarkeit und Stabilität des Systems. Und hat man ein solches System gefunden, stellt man aber fest: „Meine Maschine ist nicht kompatibel.“ Hier gibt es aber eine Lösung!

Das junge Unternehmen Agra-GPS Ltd. aus Kanada, in Deutschland vertreten durch Nicolai Pukowski GPS Technik, hat eine ganz einfache Lösung. Klein, rechteckig, schwarz: die „Bridge“. Die sogenannte Bridge übersetzt StarFire und AutoTrac für jede Maschine. Nicolai Pukowski ist nicht nur Ansprechpartner: „Meine Arbeit reicht von der Fertigung der Bridges über den Vertrieb bis zum Kundendienst.“

Aus den Weiten Kanadas

Ursprünglich entwickelt ist die Bridge von Johannes Heupel, diplomierter Ingenieur der Elektrotechnik. Der übernahm vor einigen Jahren die Farm des Vaters in der Region Alberta. Die Entscheidung, GPS-Elektronik auf der gut 2.500 Hektar großen Farm einzusetzen, war eine reine Kosten-Nutzen-Überlegung. Mit einem einzigen GPS-System sollte der gesamte Fuhrpark gesteuert werden können. Die John Deere Traktoren ließen sich mit dem John Deere AutoTrac und StarFire aufrüsten. Die Claas Mähdrescher sollten dieselben Signale empfangen und ebenso steuerbar sein. Gut drei Jahre „bastelte“ Johannes Heupel an der „Übersetzungselektronik“, um das AutoTrac-Lenksystem und damit StarFire für andere Maschinen nutzbar zu machen. Wie das funktioniert, erklärt Nicolai Pukowski: „Wir lesen die CAN BUS Signale/Befehle der Maschine. Diese übersetzen wir in John Deere Befehle und schicken sie an das John Deere System. Andersherum empfangen wir Positionsdaten und Befehle vom John Deere System/StarFire und erstellen daraus Lenkbefehle für die jeweilige Maschine.“

Die Bridge, nicht viel größer als eine Zigarettenschachtel, lässt sich einfach installieren.

Die Bridge, nicht viel größer als eine Zigarettenschachtel, lässt sich einfach installieren.

Um die Bridge installieren zu können, müssen einige Voraussetzungen vorhanden sein.

Fixer Einbau

Ist die Lenksystem-Vorbereitung (Auto- steer Ready) bereits im Traktor verbaut, wie Lenkventile, Lenkwinkelsensoren und gegebenenfalls ein Autopilotmodul, das Befehle weiterverarbeitet und diese an Ventil und Sensoren schickt, ist der Einsatz der Bridge unproblematisch. Sind auf der jeweiligen Maschine der StarFire Receiver, John Deere Display und die Bridge installiert, lässt sich das Lenksystem herstellerübergreifend nutzen, ohne andere Funktionen zu beeinträchtigen. Die Aktivierungsschalter, wie z.B. am Joystick des Schleppers, können wie bisher genutzt werden. Genauso wie alle Sicherheitsfunktionen des Schleppers und des John Deere Systems. Zudem besitzt die Bridge eine EU Typengenehmigung (E13) für den Einbau in landwirtschaftliche Maschinen. „In weniger als zwei Stunden ist die Bridge installiert“, so Pukowski. „Das kann ich vor Ort tun, kann aber auch in der Service-Werkstatt des Landtechnik-Partners durchgeführt werden. Wer technisch geschickt ist, kann es auch selbst vornehmen.“ Spezialwerkzeuge oder Diagnosetools sind zur Umrüstung nicht notwendig.

Gibt es Probleme nach der Installation der Bridge? Pukowski schüttelt den Kopf: „Wenn, dann sind es Lenkeinstellungen. Diese können im John Deere Display vorgenommen werden. Das klappt meistens sehr schnell über Telefon/WhatsApp.“ Falls nicht, ist die Fernwartung über TeamViewer eine schnelle und unproblematische Lösung. Der Endkunde oder Händler verbindet einfach einen Laptop, auf dem ein Diagnoseprogramm installiert ist, mit der Bridge. Nicolai Pukowski: „So kann ich von zu Hause aus oder unterwegs alle Daten, die Maschine, John Deere System und unsere Bridge senden, auslesen.“ Da lässt sich dann schnell feststellen, wo der Fehler liegt und dieser beheben. „Manchmal ist es nur ein loser Stecker.“

Nicolai Pukowski: „Mit der Bridge kann das StarFire Signal und AutoTrac auf jeder Maschine genutzt werden.“

Nicolai Pukowski: „Mit der Bridge kann das StarFire Signal und AutoTrac auf jeder Maschine genutzt werden.“

Noch ein Geheimtipp

Inzwischen laufen ca. 300 Systeme in ganz Europa, davon 125 in Deutschland. Allein in diesem Jahr wurden bereits 120 Systeme verkauft. „Da läuft viel über Mund-zu-Mund-Propaganda“, so Nicolai Pukowski. Anfangs war es nur die Agra-GPS Claas-JD Bridge. Inzwischen lassen sich Claas, Fendt, Massey Ferguson, Challenger, Valtra, JCB, Horsch LEEB, Agrifac, Versatile, Krone, Case IH und New Holland mit dem John Deere StarFire via Agra-GPS-Bridge steuern.

Kontakt:

Agra-GPS Ltd.

Nicolai Pukowski

D-31171 Nordstemmen

Telefon 01 57 - 87 82 71 78

npukowski@agra-gps.com

www.agra-gps.com

Die Akteure

Johannes Heupel, Dipl.-Ing. Elektrotechnik, ehemals CTO bei Avid Technology, betreibt einen 2.500 Hektar großen Ackerbaubetrieb in Alberta/Kanada. Die Familie stammt ursprünglich aus Emmerke bei Hildesheim. Vor 25 Jahren entschied sich Heupel Senior, mit seiner Familie nach Kanada auszuwandern und dort Ackerbau zu betreiben.

Nicolai Pukowski, ausgebildeter Landwirt, hat auf der Farm von Johannes Heupel gearbeitet. Zu dieser Zeit entwickelte sich die „Bridge“ zur Marktreife. Zurück in Deutschland absolvierte Nicolai Pukowski erfolgreich den staatlich geprüften Betriebswirt an der Michelsen-Schule in Hildesheim. Anschließend machte er sich mit Agra-GPS selbstständig.


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