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AGCO/Fendt :

Marktoberdorf produziert an der Kapazitätsgrenze

Ziel: 13.400 Traktoren und 1 Milliarde Euro Umsatz in diesem Jahr – Feldhäcksler-Prototyp rollt 2008

AGCO/Fendt: Marktoberdorf produziert an der Kapazitätsgrenze

Auch die Fendt 300 Vario-Baureihe ist jetzt mit dem Traktor Management System (TMS) erhältlich.

Von der derzeit guten Stimmung in der europäischen Landwirtschaft und der amerikanischen Farmer profitiert auch der US-Landmaschinenkonzern AGCO. Vor dem Hintergrund des Bevölkerungswachstums besonders in den aufstrebenden Volkswirtschaften Brasilien, Russland, Indien und China sowie des Einzugs erneuerbarer Energie und hoher Rohstoffpreise werde die Nachfrage nach der Premiummarke Fendt weiter steigen, prophezeite der Präsident der AGCO-Gruppe, Martin Richenhagen, bei der Jahrespressekonferenz der deutschen Tochtergesellschaft vergangene Woche in Marktoberdorf.

Insgesamt strebe ACGO in diesem Jahr einen Umsatz von insgesamt 6,5 Mrd. $ (4,6 Mrd. Euro) an, das wäre eine Steigerung um 1,1 Mrd.$ gegenüber 2006. Dabei setze man auf internes Wachstum, die Akquisition größerer Firmen sei unter den gegenwärtigen Rahmenbedingungen nicht vorgesehen.

Vielmehr konzentriere man sich darauf, die Kernmarken Fendt, MF, Valtra, Challenger und AGCO in den internationalen Fokus zu stellen. Das bedeute für den US-amerikanischen Markt, wo auch die international weniger bekannten Marken wie New Idea, Gleaner und White noch eine gewisse Rolle spielen, eine „Riesenänderung“. Insgesamt bleibe AGCO aber der Landmaschinenkonzern, der jedem Landwirtschaftsbetrieb auf dieser Welt die passende Maschine zur Verfügung stellen könne, sowohl in „High Technology“ wie in „ Low Technology“.

Feldhäcksler erweitert Sortiment

Um die Longline sinnvoll zu ergänzen, werden ab 2010 auch Feldhäcksler im oberen Leistungs- segment serienmäßig gebaut, erste Versuchsmaschinen würden ab 2008 im Feldeinsatz sein. Weiterhin sei ein SF-Zuckerrohrvollernter in Planung.

Fendt an der Kapazitätsgrenze

2006 stieg der Traktorenabsatz der Marke Fendt um fast sieben Prozent auf 12.157 Einheiten. Damit erreichte die AGCO/Fendt GmbH letztes Jahr mit 884 Millionen Euro einen um 8,5 Prozent höheren Umsatz.

Bis Jahresende 2007 wird Fendt an die Umsatz-Milliardengrenze heran kommen, zeigte sich Hermann Merschroth, Vice President Fendt und Sprecher der Geschäftsführung, erfreut über diese Perspektive.

„Aktuell genießt die Agrarbranche weltweit einen hervorragenden Ruf“, freute sich Merschroth über die attraktiven Zukunftsaussichten dieses Wirtschaftszweiges. Daher passe die im November stattfindende Weltleitmesse der Landtechnik, die Hannoveraner Agritechnica, zeitlich optimal in die gute Stimmung und in das steigende Investitionsklima der Landwirtschaft. Das mache sich in deutlich höheren Auftragsein-gängen und höheren Umsätzen bemerkbar.

Merschroth macht hierfür die höheren Weltmarktpreise für wichtige landwirtschaftliche Rohstoffe aus: „Beim Getreide ist der Weltverbrauch seit einigen Jahren höher als die Erzeu-gung.“

Produktion auf Hochtouren

767 Traktoren mehr als im Jahr davor verließen das Fendt-Werk im Jahr 2006. Diese Steigerung um 6,7 Prozent auf insgesamt 12.157 Einheiten wurde vor allem erreicht durch hohe Zuwächse in Deutschland, Holland, Skandinavien, übriges Zentraleuropa einschließlich der GUS (Gemeinschaft unabhängiger Staaten).

Den ursprünglichen Absatzplan von 12.400 musste Fendt bereits im Frühjahr auf 13.400 Einheiten erhöhen. „Einvernehmlich mit Betriebsrat und Mitarbeitern arbeiten wir höchst flexibel an der Kapazitätsobergrenze“, beschreibt Merschroth die Situation bei Produktion und Absatz. Aber: „Einige unserer Lieferanten konnten dieses hohe Tempo nicht immer mithalten. Trotz der dadurch entstandenen Lieferengpässe sind wir zuversichtlich die Planzahl 13.400 zu erreichen.“

Fendt habe die strategische Bedeutung eines breit angelegten Programmes an Erntemaschinen erkannt. Kunden und Vertriebspartner würden daher ein komplettes Angebot auch in den Bereichen Mähdrescher, Ballenpressen und Feldhäcksler erwarten. So stieg der Mutterkonzern AGCO bei „Laverda“ ein und treibt mit der Entwicklung eines eigenen Feldhäckslers die Abrundung des Sortimentes voran.

Umsatz-Milliarden-Grenze angepeilt

Umsatz-Hoch bei AGCO GmbH Marktoberdorf: Im Jahr 2006 konnte der Umsatz von zuvor 815 Mio. Euro um 8,5 Prozent auf 884 Mio. Euro gesteigert werden.

Die Sparten Fendt-Erntetechnik, Challenger-Deutschland, Fendt-Fördertechnik und das OEM-Geschäft sind im Gesamtumsatz enthalten, der laut Merschroth in diesem Jahr an die Milliardengrenze heran kommen, ja sie vielleicht sogar leicht übertreffen könnte.

75 Schlepper jeden Tag

Der Löwenanteil der Investitionen geht weiterhin in die Erneuerung und Erweiterung der Produktion: 35 Mio. Euro wurden hier im Jahr 2006 investiert. Für das laufende Jahr plant Fendt eine zusätzliche Steigerung um 23 Prozent auf 43 Mio. Euro. Für Forschung und Entwicklung stehen 31 Mio. Euro zur Verfügung. Um die ständig zunehmende Produktion sicher stellen zu können, wurden neue Bearbeitungszentren in der Getriebefertigung aufgebaut. Und nach Optimierung des Materialflusses in der Montage können jetzt bis zu 75 Schlepper pro Tag hergestellt werden. Diese größte Maßnahme im Rahmen des Zukunftsprojektes „Fendt Ahead“ verbesserte allein in der Produktion die Produktivität um zwölf Prozent.

Dieses Wachstum ließ die Zahl der Belegschaft an den deutschen Standorten Marktoberdorf und Asbach-Bäumenheim, einschließlich der Tochtergesellschaften im Jahr 2006 um 100 auf 2.790 Mitarbeiter anwachsen. Weitere 94 Arbeits-plätze entstanden bis Ende Juli dieses Jahres und erhöhten die Stellenzahl auf 2.884. Mit dem Umzug der beiden deutschen Vertriebsgesellschaften der AGCO-Marken Massey Ferguson und Valtra kamen 73 Mitarbeiter nach Marktoberdorf.

Deutschland wichtigster Markt

Der wichtigste Absatzmarkt für Fendt-Traktoren sei nach wie vor Deutschland, betonte der Leiter des Fendt-Vertriebs-bereichs, Peter Pfaffen. In der Bundesrepublik habe man im vergangenen Jahr 4.832 der insgesamt 12.157 produzierten Traktoren verkauft, 13,4 % mehr als 2005. Für dieses Jahr strebe man einen Absatz von 5.000 Stück an. Nach Angaben des Unternehmens war Fendt 2006 in Deutschland bei einem Marktanteil von gut 25 % der wichtigste Anbieter von Traktoren mit mehr als 100 PS. Bei Traktoren zwischen 51 PS und 100 PS lag das Unternehmen knapp hinter John Deere auf dem zweiten Platz; in dieser Fahrzeugklasse verfügten beide Firmen über ungefähr 20 % des Marktes. In Europa ist neben der Bundesrepublik Frankreich der wichtigste Markt; dorthin will AGCO in diesem Jahr insgesamt 2.400 Fendt-Traktoren liefern. Zugenommen hat die Nachfrage nach Fendt-Produkten vor allem in den Niederlanden, Skandinavien, den östlichen EU-Staaten sowie in den Ländern der Gemeinschaft unabhängiger Staaten (GUS). Ferner sind nach einer dürrebedingten Bremse während des vergangenen Jahres zuletzt auch die Bestellungen aus Spanien und Italien wieder gestiegen. In den USA sollen 2007 den Planungen zufolge 190 bis 200 Maschinen und in Australien 170 Schlepper abgesetzt werden. Zur Befriedigung des künftigen Bedarfs an landwirtschaftlichen Produk-ten werde die moderne AGCO-Agrartechnik einen wesentlichen Beitrag leisten, unterstrich Merschroth. Der Löwenanteil der Investitionen werde zur Erneuerung und Erweiterung der Produktion verwendet, in die während des vergangenen Jahres 35 Mio. Euro gesteckt worden seien. Für das laufende Jahr plane Fendt eine Steigerung um weitere 23 % auf 43 Mio. Euro.


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