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Die Maschinenpopulation auf einen Blick

Die Gelb/Schwarzen sind Pioniere in der Maschinenfernüberwachung. Wir schauten Michael Janovsky, Leiter Service und After-Sales bei JCB Deutschland, in der deutschen Zentrale Frechen über die Schulter.

JCB: Die Maschinenpopulation auf einen Blick

Das JCB-Serviceteam betreut rund 20.000 Maschinen in Deutschland.

Von Bernd Pawelzik

Aktualisiert am

Michael Janovsky steht vor dem zwei Meter breiten Bildschirm an der Bürowand und erklärt die dargestellten Grafiken. In der Mitte des Screens ist auf einer Landkarte von Mitteleuropa jede in Deutschland verkaufte und mit dem Fernwartungsdienst Livelink ausgestattete Maschinen als ein lila Punkt dargestellt.

In Deutschland wimmelt es von Punkten, aber auch außerhalb der Landesgrenzen gibt es vereinzelte. Dies sind Maschinen, die in den Export gingen. Links von der Länderkarte sind zwei Kreisgrafiken abgebildet, die die aktuelle Einsatzbereitschaft des gesamten mit Livelink ausgestatteten Maschinenparks zeigen.

Telemetriesystem LiveLink hält die Flotte in Bewegung

Um den reibungslosen Einsatz der weltweiten JCB Flotte zu sichern, nutzt man das JCB-Telemetriesystem LiveLink. Die Schnittstellenapplikation und die Software namens AEMP (Association of Equipment Management Professionals), auf denen LiveLink basiert, ist eine Gemeinschaftsentwicklung der Hersteller Caterpillar, John Deere, Volvo Baumaschinen und Komatsu. Dabei sammelt der in allen JCB-Maschinen integrierte LiveLink-Computer die mittels Sensoren erfassten CAN-Bus-Daten und übermittelt sie alle zwei Minuten über eine Mobilfunkverbindung an das Datenzentrum von JCB. Dort werden die Informationen aufbereitet und den Nutzern auf einer Webseite am PC, per Smartphone oder als E-Mail-Nachricht bereitgestellt.

„Mit dem System können Besitzer ihre JCB-Maschinen per Fernüberwachung in Echtzeit kontrollieren und den Fuhrpark verwalten“, erläutert Janovsky. Das System, das sich auch in die Telemetriesysteme anderer Hersteller, beispielsweise John Deere, einbinden lasse, sei standardmäßig verbaut, jedoch abhängig von der Maschinengröße in abgestuftem Funktionsumfang nutzbar. In den ersten fünf Betriebsjahren könne LiveLink kostenfrei für das Flottenmanagement verwendet werden. Danach sei die Verlängerung um jeweils ein Jahr möglich. Der Preis werde dann im Wesentlichen durch die Mobilfunkkosten bestimmt.

Auch wenn die LiveLink-Box bei JCB zur Standardausstattung gehört, arbeitet das Telematiksystem nur mit Einwilligung der Besitzer. „Wir weisen beim Kauf darauf hin, dass in der Maschine das System verbaut ist. Nur wenn der Kunde es nutzen möchte, erhält er einen Zugangscode und kann es nach Freischaltung über das LiveLink-Portal im Internet verwalten“, bestätigt JCB Deutschland Vertriebsleiter Marc Zimmermann.

JCB: Die Maschinenpopulation auf einen Blick

Michael Janovsky vor dem Bildschirm in der Serviceabteilung. Jeder lila Punkt ist eine mit LiveLink ausgestattete Maschine.

Ein kleiner Teil hat den Status „technisches Problem“. Dies ist gemeinsam mit dem Service zu lösen. Auf der rechten Seite des Screens ist der Status der vom technischen Service aktuell bearbeiteten Fälle in Echtzeit visualisiert. Der weitaus größte Teil der 35 diese Woche aufgelaufenen Projekte wartet auf das passende Ersatzteil. Einige problematische Einzelfälle befinden sich gemeinsam mit dem Servicetechniker beim Händler vor Ort, den Experten in Frechen und gegebenenfalls aus der englischen Zentrale auf der Plattform des Uptime Centers in Klärung.

Michael Janovsky leitet die Abteilung Service und After Sales bei JCB Deutschland in Frechen bei Köln. Vor seiner Zeit bei JCB, immerhin 18 Jahre, war er technischer Einsatzleiter des sehr umfangreichen Maschinenparks des Bauunternehmens Bilfinger und Berger. Heute betreut sein fünfzehnköpfiges Team 17.500 JCB Maschinen in Deutschland, mit „Gebrauchten älter als sechs Jahre“ sind es sogar 30.000.

Über 700 Händler mit mehr als 2.400 Stützpunkten verkaufen jährlich weltweit 100.000 Maschinen aus 22 Produktionsstandorten des JCB Konzerns. Die Vielfalt von 350 Modellen – vom Minibagger bis zum großen Radlader – fordert die After Sales-Abteilung in Frechen.

Ersatzteile für die deutschen Maschinen kommen innerhalb von 24 Stunden hauptsächlich aus dem niederländischen Born, alternativ aus der Nähe von Paris oder dem tschechischen Pilsen. Ist im Fall von manchen älteren Maschinen das geforderte Teil dort nicht vorrätig, kommt es innerhalb von 48 Stunden aus dem englischen Zentrallager in Rochester. Die Lieferfähigkeit innerhalb 24 Stunden liegt bei 92 Prozent, bei 48 Stunden sind es 95 Prozent, berichtet Janovsky.

JCB: Die Maschinenpopulation auf einen Blick

Warnungen über ein Maschinenproblem kommen auch via SMS.

Von der Tankfüllung bis zum Geofence

Das Kraftstoffberichtssystem registriert den aktuellen Kraftstoffverbrauch der Einzelfahrzeuge oder auch der gesamten Flotte und erleichtert so, zum Beispiel für ein Lohnunternehmen, die Kontrolle und Planung der Kraftstoffbestände. Mit der Betriebsstundenüberwachung lässt sich die Wartungsplanung verbessern. Die turnusmäßigen Inspektionen kann die Werkstatt – abgestimmt mit dem Kunden – zu der für den Betriebsablauf günstigsten Zeit durchführen und so Ausfälle in den Stoßzeiten vermeiden. Die exakte Überwachung der Stillstandszeit ermöglicht das Ermitteln der tatsächlichen Maschinenproduktivität. Diese Funktion hilft, unwirtschaftliche Stillstandszeiten der Maschinen zu minimieren.

Weitere LiveLink-Funktionen liefern nahezu in Echtzeit Informationen über den Standort, die Bewegung und die Aktivität von Maschinen. Der damit verbundene höhere Diebstahlschutz kann Versicherungsprämien senken. Mit dem Element Geofencing kann die zulässige Bewegungszone festgelegt werden. Verlässt die Maschine diesen Bereich, setzt das System eine Warnmeldung ab. Ähnliches lässt sich mit der Nutzungszeit über die Einstellung Curfew erreichen. Startet jemand die Maschine außerhalb des festgelegten Zeitrahmens, erhält der Besitzer ebenfalls eine Warnmeldung.

Ebenso lässt sich die derzeitige Position der Maschine auf einer Straßenkarte anzeigen. Darüber hinaus liefert LiveLink den Besitzern, also auch Flottenmanagern von Mietparks, aus der Ferne Informationen darüber, ob ihre Maschinen gut gewartet und in einem funktionstüchtigen Zustand sind. Werden Routineinspektionen fällig, weist eine Meldung im System darauf hin. Die Wartungsaufzeichnungen dienen als Nachweis der durchgeführten Inspektionen. Dies ist auch für einen hohen Wiederverkaufswert unerlässlich.

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Maschinen mit LiveLink übermitteln ihre Daten alle zwei Minuten an das Datenzentrum von JCB.

SMS-Maschinenwarnung erlaubt Werkstatt erste Diagnose

Weisen Geräte während des Betriebes Probleme auf, erfolgt eine kritische Maschinenwarnung über die Website beziehungsweise per SMS oder E-Mail. Auf Grundlage der Fehlermeldung ist in der Werkstatt schon eine erste Diagnose möglich –ob es sich beispielsweise um ein typisches Verschleißteil handelt oder man sich durch die sofortige Ersatzteilanforderung auf die Reparatur vorbereiten sollte. Vertriebsleiter Zimmermann erwartet ein sogenanntes „First Time Fix“, also eine komplett abgeschlossene Reparatur beim ersten Anfahren der defekten Maschine durch den Kundendienst, von 75 Prozent. Das setzt voraus, dass die Monteure dank LiveLink-Meldung die passenden Teile dabei haben. Ist die Maschine repariert, ist sie auch auf Janovskys großem Bildschirm in Frechen wieder als einsatzbereit markiert.

Bernd Pawelzik


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Herstellerdaten JCB

  • Gründungsjahr: 1945
  • Branche: Bau- und Landmaschinen
  • Website: www.jcb.com

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