Magazin Wirtschaft

STEUERTIPP: Verbilligte Wohnraumüberlassung

Überlässt der Arbeitgeber seinem Arbeitnehmer eine Wohnung zu einem Mietpreis, der innerhalb der Mietpreisspanne des Mietspiegels der Gemeinde liegt, scheidet regelmäßig die Annahme eines geldwerten steuerpllichtigen Vorteils durch verbilligte Wohnraumüberlassung aus. Im Urteilsfall setzte der Arbeitgeber die Miete auf der Grundlage des örtlichen Mietspiegels, der für vergleichbare Wohnungen eine Spanne von einem niedrigsten bis zu einem höchsten Wert vorsah, in Höhe des niedrigsten Wertes fest. Das angerufene Finanzgericht war der Auffassung, dass bei einer solchen Spannbreite nicht auf den niedrigsten, sondern auf den Mittelwert der Spanne abgestellt werden müsste. Der Bundesfinanzhof gab dem klagenden Steuerzahler Recht. Nach Ansicht des Gerichts liegt bei einer Wohnraumüberlassung an einen Arbeitnehmer nur dann ein steuerpflichtiger geldwerter Vorteil vor, wenn sich zwischen dem üblichen Mietpreis am Abgabeort und der in Rechnung gestellten Miete ein Unterschiedsbetrag ergibt. Liegt die in Rechnung gestellte Miete innerhalb der im Mietspiegel ausgewiesenen Spanne, so liegt auch dann kein geldwerter Vorteil vor, wenn die Miete dem niedrigsten Wert der im Mietspiegel ausgewiesenen Spannbreite entspricht.

Urteil des Bundesfinanzhofs vorn 17. August 2005, Aktenzeichen IX R 10/05

 

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